Europol und die Europäische Arbeitsbehörde (ELA) haben gemeinsam mit Behörden aus 34 Ländern die Bilanz einer europaweiten Aktionswoche gegen Menschenhandel zur Arbeitsausbeutung vorgelegt, wie die Salzburger Nachrichten berichten.
Im Blickpunkt der Kontrollen standen Wirtschaftszweige mit erhöhtem Risiko: die Landwirtschaft, das Baugewerbe, das Gastgewerbe, Nagelstudios und Massagesalons. Außerdem wurden 182 neue Ermittlungen wegen Menschenhandels eingeleitet.
Die Operation fand vom 14. bis 20. September statt. Polizei, Grenzschutz, Arbeitsinspektorate und Steuerbehörden arbeiteten dabei eng zusammen.
Entdeckt wurde er laut einer Aussendung bei Kontrollen lokaler Unternehmen.
Auf Zypern entdeckten die Behörden einen Arbeiter auf einer Viehfarm, der unter erbärmlichen Bedingungen lebte. In einer Lithiumbatteriefabrik im finnischen Kotka hatten ausländische Unternehmen mehr als 300 chinesische Arbeitskräfte eingestellt. Sie waren in der Landwirtschaft zu Zwangsarbeit gezwungen worden und häuslicher Ausbeutung ausgesetzt; zudem wurden sie unterbezahlt und in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt.
Danach mussten sie in der Landwirtschaft mehr als zwölf Stunden täglich arbeiten, ohne Lohn zu erhalten.
Europol will den Fluss verwertbarer Informationen zwischen Strafverfolgungs- und Arbeitsbehörden verbessern. So sollen die Behörden organisierte kriminelle Netzwerke aufdecken, die hinter Arbeitsmissbrauch stehen. Arbeitsausbeutung sei ein großes, oft zu wenig gemeldetes Problem.
EU-Innenkommissar Magnus Brunner, der zugleich ehemaliger österreichischer Finanzminister ist, sagte, die Operation zeige beispielhaft, warum das Thema dringend angegangen werden müsse.
Die Einsatzkräfte wolle er weiter stärken, unter anderem mit einem stärkeren Mandat für Europol. Zudem sollen den skrupellosen Kriminellen ihre Profite entzogen werden.
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