Im französischen Limoges ist ein weiterer Verdächtiger nach der mutmaßlichen Brandstiftung am Rathaus festgenommen worden, berichtete Spiegel Online. Bereits am Dienstag hatte die Polizei im Departement Haute-Vienne einen Mann festgenommen.
Staatsanwältin Émilie Abrantes erklärte, der Polizeigewahrsam des ersten Festgenommenen sei um 48 Stunden verlängert worden. Die Ermittlungen seien unter anderem ausgeweitet worden, nachdem 13 Polizisten befragt und Drohnenbilder ausgewertet worden seien. Der zweite Verdächtige befinde sich wegen Sachbeschädigung in Gewahrsam, die in einer Gruppe unter Verwendung eines für Menschen gefährlichen Mittels begangen worden sei, hieß es. Gefasst worden sei er mithilfe von Beamten des Polizei-Sondereinsatzkommandos Raid.
Am Samstag hatten Randalierer am Rand von Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten das Rathaus in Limoges in Brand gesetzt. Das brennende Rathaus sei landesweit wie international zum Sinnbild der Gewalt geworden.
Bei den Ausschreitungen im ganzen Land wurden Tausende Geschäfte geplündert. Randalierer griffen Rathäuser und Polizeistationen an und setzten mehrere Gebäude in Brand. Die Proteste galten hohen Lebenshaltungskosten sowie Missständen im Bildungswesen.
In Lyon, der drittgrößten Stadt Frankreichs, untersagten die Behörden für den kommenden Samstag alle Proteste. Die Präfektur des Departements Rhône erklärte, angesichts der Ereignisse seien sämtliche Demonstrationen in Lyon verboten. Auch in Lyon sei es zu Ausschreitungen und Plünderungen gekommen.
Präsident Emmanuel Macron und Regierungschef Sébastien Lecornu beraten heute in Paris mit Ministern und Vertretern der Geheimdienste über die gewalttätigen Proteste. Am Samstag dürften nur Kundgebungen stattfinden, die von Gewerkschaften organisiert sind. Die Behörden würden in diesem Fall alternative Routen vorschlagen, um die Innenstädte zu schützen, vor allem die Geschäfte und öffentlichen Gebäude. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Kommentare (0)