Bei einem Angriff auf die griechisch-orthodoxe Hamoud-Kirche in Karak, etwa 120 Kilometer südwestlich der jordanischen Hauptstadt Amman, sind acht Menschen getötet worden. Das berichtete Arab News. Die jordanischen Behörden bezeichnen die Tat als extremistischen Terrorakt. Der Angriff hat die christliche Minderheit des Landes erschüttert.
Als die Gebete gerade begonnen hatten, hielt der Rechtsanwalt Nasser A. die ersten Knallgeräusche zunächst für eine explodierende Klimaanlage. Dann folgten immer weitere Detonationen, bis er erkannte, dass es Schüsse waren. Einige Menschen flüchteten. Andere, teils blutend, suchten Schutz im Gotteshaus, in dem gerade eine Trauerfeier für einen Verwandten von ihm stattfand. Unter den Anwesenden verbreitete sich rasch die Nachricht, dass es Todesopfer gegeben habe.
Als die Schüsse nach mehreren Minuten endeten, habe Nasser A. die Angreifer aus einem Fenster gesehen. Es seien zwei gewesen, einer maskiert, der andere nicht, und dieser habe eine Handfeuerwaffe getragen. Einer der Angreifer habe aus rund zwei Metern Entfernung auf ihn gezielt und geschossen. Glassplitter hätten ihm Blut ins Gesicht getrieben. Menschen, die ihn medizinisch versorgen wollten, habe er gesagt, es gehe ihm gut. Kurz darauf habe sein Sohn angerufen, der ebenfalls an dem Gottesdienst teilgenommen hatte. Dieser sei am Bein getroffen worden und werde im Krankenhaus behandelt.
König Abdullah, ein Partner der USA im Kampf gegen militante islamistische Gruppen, besuchte Karak wenige Stunden nach dem Angriff. Er kündigte an, die Täter würden mit eiserner Faust bestraft. Die Behörden erklärten, sie suchten weiterhin nach den Angreifern. Es sei zu früh, um festzustellen, ob die Täter Verbindungen zu bekannten Gruppen im In- oder Ausland haben. Solche Angriffe sind in Jordanien selten, wenngleich die Behörden nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren wiederholt Anschlagspläne islamistischer Extremisten vereitelt haben.
Zu dem Angriff hat sich bislang niemand bekannt. Nach Angaben der US-Botschaft in Amman wurden die Sicherheitsvorkehrungen in Einkaufszentren, an ausländischen Botschaften und an anderen Orten im ganzen Land verstärkt. Die Angreifer verletzten neben den acht Toten auch 40 Menschen.
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