Die EU-Staaten haben sich auf die Grundzüge einer neuen europaweiten Unternehmensform verständigt. Die sogenannte EU Inc. soll sich innerhalb von zwei Tagen online registrieren lassen, für eine Gebühr von höchstens 100 Euro. Danach soll das Unternehmen im gesamten Binnenmarkt tätig sein können, wie die Kleine Zeitung berichtet.
Österreich sieht den Entwurf allerdings noch nicht am Ziel. Wer in Europa ein Unternehmen gründe, solle damit unkompliziert im gesamten Binnenmarkt wachsen können. Der aktuelle Entwurf entspreche diesem Anspruch bislang nicht ausreichend. Österreich wolle bei den weiteren Verhandlungen deshalb noch deutliche Verbesserungen erreichen.
Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) fordert, die Unternehmensgründung und die Übertragung von Firmenanteilen stärker zu vereinfachen und zu digitalisieren. Andernfalls, so Pröll, könnten europäische KI-Unternehmen in die USA abwandern.
Nach der Einigung der Staaten sieht eine Pressemitteilung des Rates vor, dass grundsätzlich das Recht jenes Staates gilt, in dem das Unternehmen registriert ist. Dies entspricht dem Vorschlag der EU-Kommission.
Die Staaten unterstützen außerdem Aktienoptionsprogramme für Mitarbeiter, damit Talente gewonnen und gehalten werden können. Allerdings sollen solche Programme nur für kleine mittelständische Unternehmen mit höchstens 750 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von nicht über 150 Millionen Euro gelten. Gründer hatten darauf hingewiesen, dass die Begrenzung auf eine bestimmte Unternehmensgröße wachsende Firmen treffe. Mit der EU Inc. sollen auch steuerrechtliche Fragen dazu einheitlich geregelt werden.
Als Problem gilt, dass Unternehmen im Binnenmarkt mit 27 nationalen Rechtsformen und Regeln zurechtkommen müssen, was zusätzliche Kosten verursacht.
Gründungen würden einfacher, Talente ließen sich leichter gewinnen und halten, und der Binnenmarkt könne besser genutzt werden.
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