Als Beispiel nannte Bonin den Handel. Dort habe sich das Kaufverhalten der Bürgerinnen und Bürger durch den Onlinehandel und veränderte Gewohnheiten massiv verändert.
Seinen Wunsch nach differenzierten Abschlüssen würde die Formel eigentlich ohnehin besagen, meinte Bonin. Diese sei bisher oft am Durchschnitt der Wirtschaft festgemacht worden, ohne genauer nach einzelnen Branchen zu schauen.
In den Innenstädten gebe es immer weniger Geschäfte, die etwa durch Restaurants ersetzt würden.
Man müsse den Strukturwandel sehen. Die Frage sei vielmehr, wie der Sozialstaat dafür sorgen könne, dass die betroffenen Menschen sozial gesichert in die neuen Berufe mit Zukunftschancen kämen. Kritisch äußerte sich Bonin außerdem zum Mietpreisdeckel und zur Spritpreisbremse. Langfristig plädierte er für eine Anhebung des Pensionsantrittsalters. ÖGB-Bundesgeschäftsführerin Helene Schuberth sagte, die Kritik an Kollektivverträgen und der Benya-Formel sowie die Forderungen nach einem höheren Pensionsantrittsalter gingen an der Lebensrealität der Beschäftigten vorbei. Kollektivverträge würden in Österreich seit jeher nach Branchen verhandelt, und die jeweilige wirtschaftliche Lage werde dabei berücksichtigt.
Schuberth betonte, die Lohnabschlüsse der vergangenen Jahre hätten massive Kaufkraftverluste infolge der hohen Inflation ausgleichen müssen. Wer die Benya-Formel angreife, greife direkt die Beschäftigten an, so Schuberth.
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