Flávio Bolsonaro will bei der Stichwahl in Brasilien seinen verurteilten Vater Jair im Präsidentenamt beerben und diesen wohl auch aus der Haft befreien, wie die tagesschau berichtet. Bei seinen Auftritten ist der Patriarch fast immer präsent, als KI-Version im Video, auf Porträts und Bannern. Bei einem Auftritt in Porto Alegre sagte der Senator für Rio de Janeiro, alle, die versucht hätten, Bolsonaro lebendig zu begraben, würden sehen, wie er gemeinsam mit seinem Vater die Rampe zum Präsidentenpalast hinaufgehen werde.
Die Freilassung des Vaters ist die Kernbotschaft der Kampagne, obwohl dem juristische Hürden entgegenstehen. Kaum jemand zweifle daran, dass der Senior freikäme und im Hintergrund die Strippen ziehen würde, sollte der älteste Sohn Flávio, von seinem Vater „Null Eins“ genannt, Präsident werden.
Jair Bolsonaro hat seine Söhne durchnummeriert. Alle vier sind in der Politik, ebenso Jairs Bruder und seine Ehefrau. Flávio kandidiere nur, um seinen Vater und die Familie politisch zu retten, damit diese an die Macht zurückkehren und ihren Kurs der vergangenen vier Jahre noch radikaler fortsetzen könnten, sagt dal Piva.
Flávio ähnelt seinem Vater, war während dessen Präsidentschaft ein enger Berater und tritt weniger aggressiv auf. Dessen Charisma besitze Flávio jedoch nicht. Jair sei authentischer, Flávio dagegen intelligenter, oder gerissener, sagt Lemos.
Auch hier weist Flávio Bolsonaro alle Vorwürfe zurück. Ein Großteil der Fälle werde wohl ziemlich schnell verschwinden, was alle besorgen sollte, denen Rechtsstaatlichkeit am Herzen liege.
Trotz der schweren Vorwürfe scheinen die Wähler nicht abgeschreckt zu sein.
Flávio Bolsonaro manage die Geschäfte der Familie, sagt dal Piva. Ob er sich aber als eigenständiger Machtpolitiker etablieren könne, sei eine andere Frage. Sein wichtigstes politisches Kapital bleibe der Name Bolsonaro, zumindest für seine Anhänger.
Es gilt die Unschuldsvermutung.
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