Die Inflationsrate bleibt hoch, die Zinsen steigen, und wirtschaftliche sowie geopolitische Verunsicherungen halten an. Was das für die Geldanlage bedeutet, hat die Kleine Zeitung bei Finanzexperten aus heimischen Banken abgefragt.
Als Orientierung nannte er das Modell des „Finanzspringbrunnens“. Für den langfristigen Vermögensaufbau nannte Schaller Fonds, Fondssparverträge und Zertifikate. Wer regelmäßig investiere, könne Marktschwankungen besser ausgleichen. Professionelle Beratung solle Lebenssituation, Ziele, Risikobereitschaft und Anlagehorizont gemeinsam betrachten.
Georg Bucher, Vorstandschef der Steiermärkischen Sparkasse, stellte den langfristigen Vermögensaufbau in den Mittelpunkt. Kurzfristige Marktentwicklungen müssten richtig eingeordnet werden. Eine breite Streuung über Anlageklassen, Branchen und Regionen sei entscheidend. Nach Jahren extrem niedriger Zinsen böten neben Aktien nun auch Anleihen wieder attraktive Ertragschancen. Da die Inflation ein wichtiger Faktor bleibe, reiche das klassische Sparbuch allein oft nicht aus, um die Kaufkraft langfristig zu erhalten.
Daniela Barco, Vorständin Privatkunden der UniCredit Bank Austria, verwies auf den aktuellen Finanzmonitor des Instituts. Sparen sei in Österreich nach wie vor die beliebteste Anlageform. Laut dem Finanzmonitor seien bereits 36 Prozent der Menschen in Österreich am Kapitalmarkt investiert. Einlagen würden auf lange Sicht schrumpfen, weshalb an Aktien, Anleihen, Fonds oder ETFs kein Weg vorbeiführe. Für Einsteiger biete die Bank ihr AnlagePaket an, das klassisches Sparen mit Wertpapieranlagen verbinde. Höhere Zinsen eröffneten vor allem bei Anleihen und Sparprodukten wieder Möglichkeiten. Wer regelmäßig investiere und seiner Strategie treu bleibe, müsse nicht den perfekten Ein- oder Ausstiegszeitpunkt treffen. Ruhe, Disziplin, Ausdauer und breite Streuung nannte Juhász als wichtige Grundsätze.
Monika Cisar-Leibetseder von der Volksbank Steiermark wies darauf hin, dass die Europäische Zentralbank die Geldpolitik fest im Blick behalte und weitere Zinserhöhungen möglich seien.
Sabine Skorka, Leiterin der Region Steiermark beim Bankhaus Spängler, beschrieb das Marktumfeld als herausfordernder. Die Schwankungen an den Finanzmärkten seien größer geworden, vor allem bei Anleihen. Bei Anleihen setze das Haus weiter auf die Besten Bonitäten, Unternehmens-, High-Yield- und Schwellenländeranleihen seien nur vorsichtig beigemischt. Bei Aktien bevorzuge man die USA, unter anderem wegen besserer Gewinnaussichten der Unternehmen als in Europa. Bei den Emerging Markets sei man vorsichtiger geworden, im Aktienbereich insgesamt neutral positioniert. Gold bleibe angesichts zahlreicher Krisenherde ein fester Bestandteil des Portfolios, Rohstoffe seien vor einiger Zeit beigemischt worden.
Anleihen mit guter Bonität böten attraktive laufende Erträge, kurze bis mittlere Laufzeiten und aktives Risikomanagement seien sinnvoll. Wer größere Beträge investieren wolle, könne den Einstieg auf mehrere Tranchen verteilen. Albegger wies zugleich darauf hin, dass Veranlagungen in Finanzinstrumente mit Risiken verbunden seien. Kursschwankungen und Verluste seien möglich.
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