Die Asklepios Klinik in Bad Oldesloe könnte ihre Notaufnahme verlieren. Nach Plänen des Gesundheitsministeriums Schleswig-Holstein soll das Krankenhaus im Kreis Stormarn zu einem sogenannten sektorübergreifenden Versorger (süV) werden, wie der NDR berichtet. Das Ministerium hatte die Pläne für die Krankenhauslandschaft im Land in mehreren Regionalkonferenzen vorgestellt.
Sektorübergreifende Versorger nehmen nach Angaben des Gesundheitsministeriums nicht an der normalen Notfallversorgung teil. Zudem wäre die Bettenzahl auf 50 begrenzt. Das Krankenhaus in Bad Oldesloe hat derzeit etwa 130 Betten und würde damit deutlich schrumpfen.
Ein Mann, der vom NDR Schleswig-Holstein befragt wurde, fand die Entwicklung ziemlich schlimm. Eine Frau sagte, sie sei im Notfall froh, wenn man möglichst nah am Krankenhaus wohne.
Die Fahrwege dorthin betragen etwa 22 bis 43 Kilometer. Bürgermeister Jörg Lembke (CDU) befürchtet, dass vor allem ältere Bürger Schwierigkeiten haben werden, ihre Verwandten zu besuchen. Den möglichen Wegfall der Krankenhausversorgung bezeichnet er als mittlere Katastrophe, und zwar nicht nur für die Stadt mit etwa 25.000 Einwohnern, sondern für die gesamte Region. Der Einzugsbereich sei sehr groß.
Auch andere Standorte könnten verkleinert werden. Zum sektorübergreifenden Versorger sollen auch das Westküstenklinikum in Brunsbüttel im Kreis Dithmarschen und die Inselklinik auf Föhr im Kreis Nordfriesland umgebaut werden.
Die Veränderungen würden nach Einschätzung des Präsidenten der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Prof. Dr. Henrik Herrmann, nicht nur Bürger betreffen. Die Arztpraxen in der Umgebung könnten mehr Patienten behandeln, ebenso die umliegenden Krankenhäuser. Herrmann hält die geplanten Änderungen im Rahmen der Krankenhausreform grundsätzlich für positiv und für einen wichtigen Schritt. Der Prozess werde nicht einfach, sei aber notwendig, um die stationäre Versorgung in Schleswig-Holstein zukunftsfähig zu machen.
Ob sich die Befürchtungen in Bad Oldesloe bewahrheiten, ist noch nicht endgültig entschieden. Bis zum 31. Oktober können die Krankenhausbetreiber im Rahmen eines Anhörungsverfahrens fehlende Voraussetzungen oder Argumente vorlegen, um eine andere Versorgungsstufe zu erreichen. Gegebenenfalls ist dabei auch eine Versorgungsstufe mit Notaufnahme möglich. Das Gesundheitsministerium will Einwände der Krankenhäuser zügig prüfen. Ab dem 1. Januar 2027 greift das neue System.
Bürgermeister Lembke geht nach eigenen Angaben nicht davon aus, dass sich an den derzeitigen Plänen viel ändert. Ein Krankenhaus im klassischen Sinne werde es dort nicht mehr geben. Der Betreiber hatte bereits vor einiger Zeit beschlossen, die chirurgische Abteilung und damit den chirurgischen Teil der Notfallambulanz zu schließen. Seitdem konzentriert sich die Notfallambulanz auf internistische Notfälle, etwa Herzinfarkte statt Knochenbrüche.
Asklepios äußerte sich während des laufenden Anhörungsverfahrens nicht detailliert. Der Konzern stehe für den Standort Bad Oldesloe in einem konstruktiven Austausch mit dem Ministerium. Wie ein solches Konzept konkret aussehen könnte, wollte der Betreiber nicht sagen.
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