Die Welt berichtet über ein Implantat, mit dem Forscher der ETH Zürich Diabetes künftig elektronisch statt mit Medikamenten behandeln wollen. Das System soll überschüssigen Blutzucker abbauen.
Über zehn Prozent aller Erwachsenen in Deutschland sind an Typ-2-Diabetes erkrankt, jährlich kommen um die 450.000 Neuerkrankungen hinzu. Bisher wird unter anderem mit ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung sowie bei Bedarf mit blutzuckersenkenden Medikamenten oder Insulin-Injektionen behandelt.
Das Implantat trägt den Namen Echo, eine Abkürzung für Electrocatalytic Closed-Loop Health Optimization. Es handelt sich um einen elektrischen Katalysator, der im Körper die überschüssige Glukose im Blut in Glukonat umwandelt. Das Glukonat scheiden die Nieren anschließend mit dem Urin aus. Die Ergebnisse veröffentlichte das Team in der Fachzeitschrift Science.
Es greift nur ein, wenn der Blutzucker zu hoch ist.
Die automatische Steuerung über Sensor und Smartphone prüften die Forscher zwölf Tage lang.
Fussenegger erklärt in einer Mitteilung, seit Jahrzehnten behandle man Diabetes, indem man dem Körper vorgebe, wie er mit Glukose umgehen solle. Nun zeige das Team, dass sich Glukose direkt kontrollieren lasse, mit Elektronik statt mit Medikamenten. Das System arbeite mit einer sehr niedrigen Spannung.
Er finde den Ansatz wirklich spannend, sagte er dem Science Media Center Germany. Medikamente, die Zucker über die Nieren ausscheiden lassen, gebe es bereits. Die eigentliche Neuerung sei für ihn, dass dies erstmals elektronisch gesteuert werden könne.
Im Gegensatz zu einem nicht regulierten Inhibitoransatz lasse sich dieses Gerät theoretisch präzise steuern.
Bei den Mäusen stiegen zudem die Ketonkörper an, die beim Fettabbau entstehen. Birkenfeld erklärte, die Autoren hätten zwar keine Ketoazidose beobachtet. Wie das System bei Menschen mit ausgeprägtem Insulinmangel oder bereits bestehender Ketoazidose wirke, wisse man jedoch nicht.
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