Die Zahl der Geduldeten in Deutschland steigt nach einem Rückgang wieder kontinuierlich, wie t-online berichtet. Das Bundesinnenministerium nannte für den Stichtag 30. September zudem 256.873 ausreisepflichtige Personen.
Als Gründe dafür nennt die Berichterstattung familiäre Umstände, fehlende Ausweisdokumente oder eine Erkrankung.
Am Ende dieser Frist war ein dauerhaftes Bleiberecht möglich für Menschen, die ihren Lebensunterhalt größtenteils selbst bestreiten, über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen und nicht straffällig geworden sind. Außerdem musste ihre Identität geklärt sein oder sie mussten alle dafür erforderlichen und zumutbaren Schritte unternommen haben. Nicht allen gelang das.
Mögliche Gründe für den erneuten Anstieg sind neben dem Auslaufen des Chancenaufenthaltsrechts auch geringere Anerkennungsquoten im Asylverfahren. Die Bundesregierung teilte in ihrer Antwort an Polat außerdem mit, dass rund 45.000 Menschen im Jahr 2026 erstmals eine Duldung erhielten. Unter ihnen waren zum Stichtag 30. Damit ist für Asylbewerber aus diesen Staaten ein Beschäftigungsverbot verbunden.
Polat kritisiert, die bestehenden Regelungen zur Ausbildungs- und Beschäftigungsduldung seien zu kompliziert und stellten teils Anforderungen, die kaum zu erfüllen seien. Betriebe bräuchten jedoch Planungssicherheit und verlässliche Arbeitskräfte, sagte die Migrationsexpertin der Grünen. Die Bundesregierung müsse endlich handeln. Wer hier arbeite, eine Ausbildung mache und sich integriere, brauche einen gesicherten Aufenthalt statt jahrelanger Unsicherheit.
Zuletzt forderten auch Abgeordnete der SPD neue Wege zu einem Bleiberecht für gut integrierte ausländische Arbeitskräfte, die keinen sicheren Aufenthaltsstatus besitzen.
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