Die E-Control hat ihren Entwurf für die Netzentgelte im kommenden Jahr vorgelegt, wie ORF News berichtet. Demnach sinken die Kosten für Haushaltskundinnen und -kunden im Schnitt, und zwar für 2027 um 3,6 Prozent. Ein Haushalt mit einem Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden würde sich pro Jahr rund 15 Euro sparen.
Die Netzentgelte legt die E-Control als zuständige Regulierungsbehörde für jeden Verteilnetzbetreiber gesondert fest. Entsprechend groß sind die regionalen Unterschiede. InstaNews hatte am 29. Oktober berichtet, dass die E-Control die Verordnung für neue Stromnetzentgelte ab Jänner 2027 in Begutachtung geschickt hat.
Ab kommendem Jahr gilt zusätzlich ein neues System. Bisher ist nur die Menge des verbrauchten Stroms maßgeblich. Künftig wird auch die bezogene Leistung eingerechnet.
Laut E-Control ergäben sich mit dem neuen System für einen Durchschnittshaushalt im kommenden Jahr Ersparnisse von 5,7 Prozent. Auf der Jahresrechnung würde sich das mit 24 Euro weniger niederschlagen. Die Behörde verweist darauf, dass Kundinnen und Kunden die Kosten noch weiter beeinflussen könnten.
Konkret sollen Anreize geschaffen werden, Lasten in Zeiten zu verschieben, in denen das Netz auch ohne zusätzlichen Ausbau zurechtkäme, teilte die E-Control in ihrer Aussendung mit.
Anders als den Stromanbieter können Kundinnen und Kunden ihren Netzbetreiber nicht wechseln. Die E-Control verweist mit dem neuen System auf mehr Flexibilität. Spätestens Mitte 2028 haben Kunden damit zumindest selbst einen gewissen Spielraum, die eigenen Netzkosten zu beeinflussen.
Die Regierung sieht im Vorhaben einen Beitrag, bei der Strominfrastruktur unnötige Kosten zu vermeiden. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) verfolge mit der Strommarktreform das Ziel, neue Stromleitungen dort schneller zu bauen, wo sie gebraucht werden, und bestehende besser zu nutzen.
SPÖ-Energiesprecher Alois Schroll sieht darin eine gute Nachricht.
Das sei ein Brandbeschleuniger für die Auswirkungen der Teuerung.
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