Sie sollen für Stromkunden ab Jänner 2027 gelten.
Erstmals wird neben dem Stromverbrauch auch die bezogene Leistung in die Berechnung einfließen. Bis dahin entscheidet jeder Netzbetreiber selbst, ab welchem Zeitpunkt ein Leistungspreis die bisherige Pauschale ablöst.
Für einen durchschnittlichen Haushalt ohne leistungsstarke Verbraucher wie Sauna, E-Ladestation oder Wärmepumpe soll sich auf der Rechnung kaum etwas ändern, betont die E-Control. In zahlreichen Netzgebieten sei sogar mit Senkungen zu rechnen. Österreichweit im Durchschnitt, noch ohne Leistungspreis gerechnet, dürften die Netzentgelte voraussichtlich um 3,6 Prozent sinken. Ein Haushalt mit 3500 Kilowattstunden Verbrauch spare dabei rund 15 Euro pro Jahr.
Salzburg liegt bei den Netzgebühren hinter Vorarlberg auf Platz zwei unter den Bundesländern. Für 2027 ändert sich bei den Tarifen de facto wenig, der Trend zeigt leicht nach unten. Deutlich teurer werden sie in Kärnten, in einigen Landeshauptstädten dagegen steigen sie.
Für einen Salzburger Normalverbraucher mit einer Anschlussleistung von vier Kilowatt sollen die Netzkosten um zehn Prozent sinken, das entspräche rund 40 Euro.
Hinter dem neuen System steht laut Regulierungsbehörde das Ziel, die Netzkosten fair und nach Verursachung zu verteilen. Verbraucher sollen mehr Möglichkeiten erhalten, die Netzkosten aktiv zu beeinflussen. Das soll Anreize schaffen, die Leitungen gleichmäßiger zu nutzen und besser auszulasten.
Die E-Control sieht in den Netztarifen Belege dafür, dass die Regulierungssystematik „stabilisierende Effekte“ bewirkt habe. Heuer sind die Netzentgelte im österreichischen Durchschnitt um 1,3 Prozent gestiegen, nachdem sie 2025 um 23 Prozent teurer geworden waren. In einigen Bundesländern kletterten sie um fast ein Drittel. Zugleich liefen staatliche Energiepreisbremsen und Abgabensenkungen aus. Die Politik reagierte darauf mit dem Vorhaben, den nötigen milliardenschweren Netzausbau gezielter, schneller und dadurch günstiger zu gestalten.
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer bewertet die Entwicklung als positives Signal für den Reformkurs. Die Entlastung für Haushalte, Betriebe und den Wirtschaftsstandort nennt er eine gute Nachricht, weil die Netzentgelte 2027 erstmals wieder sinken sollen.
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