Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) ist im Libanon eingetroffen, wie die WELT berichtet. Ihre Reise wollte sie bereits im Juni antreten. Damals eskalierte der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah, während sie im Flugzeug saß. Der Landeanflug musste abgebrochen werden, die Maschine kehrte um. Jetzt, etwa fünf Monate später, landete sie in Beirut.
Formal gilt zwischen Israel und dem Libanon eine Waffenruhe.
Für den Libanon ist auch Eisenkot nach Einschätzung der WELT kein Hoffnungsträger.
In den vergangenen Wochen habe sie mithilfe der Iraner wieder massiv aufgerüstet. Davon profitiere die Hisbollah.
In Beirut traf sich Alabali Radovan mit Präsident Joseph Aoun. Dieser sei der Erste, der mit Israel verhandle. Dass die israelische Armee trotzdem fast täglich das Land angreife, setze seiner Autorität zu und indirekt auch der deutschen. Im Libanon sei gut zu beobachten, wie stark Deutschlands Einfluss in der Region zurückgegangen sei. Die Ministerin wisse, dass die Bundesregierung bei den Verhandlungen nicht wirklich dabei sei. Zentrale Akteure seien die Golfstaaten und die USA. Deutschland kommentiere die Friedensgespräche allenfalls noch.
Dennoch fand Alabali Radovan deutliche Worte an Israel. Ein dauerhafter Frieden sei nur möglich, wenn sowohl die Souveränität als auch die territoriale Unversehrtheit des Libanon geachtet würden. Als SPD-Politikerin sei sie unter den Mitgliedern der Bundesregierung diejenige, die Israel am deutlichsten kritisiere, so die WELT.
Erst seit Kurzem läuft der Schulbetrieb wieder. An den Wänden hängen Bilder, die Schüler gezeichnet haben.
Das solle auch in Zukunft so bleiben. Radovan sei überzeugt, dass ein nachhaltiger Frieden nur möglich sei, wenn der Staat stark genug sei, für die eigenen Leute zu sorgen, und so die Hisbollah schwäche.
Zum Abschluss der Zivilschutzübung ließ sich Alabali Radovan die Ausrüstung erklären, die ihr Ministerium mitfinanziert. Die Rettungswesten befand sie, sie sähen ganz schön deutsch aus. Im Libanon könne das durchaus als Kompliment verstanden werden.
Kommentare (0)