In einem 115 Millionen Jahre alten Dinosaurierfossil haben Wissenschaftler eines internationalen Teams Hinweise auf mineralisierte rote Blutkörperchen gefunden, wie der Sender n-tv berichtet. Die Knochen stammen von einem Vertreter der Art Aratasaurus museunacionali, der im Nordosten Brasiliens entdeckt wurde. Im Inneren fanden die Forschenden Biomoleküle, die von Häm abstammen, einem Bestandteil des Proteins Hämoglobin. Dieses sorgt im Blut für den Transport von Sauerstoff.
Die Entdeckung sei tatsächlich bahnbrechend, sagte sie. Solche Analysen eröffneten eine neue Form der molekularen Paläontologie. Damit lasse sich bei längst ausgestorbenen Tieren etwa untersuchen, wie sich Blut, Stoffwechsel und Aktivität entwickelt haben.
Ihr Aussehen ähnelte dem von Erythrozyten, wie die roten Blutkörperchen im Fachjargon heißen.
Massenspektrometrische Analysen identifizierten anschließend die eisenhaltige Verbindung Häm b. Zudem stießen die Forschenden auf die Aminosäure Hydroxyprolin, die für das Strukturprotein Kollagen wichtig ist.
Das Tier war den Angaben zufolge noch nicht ausgewachsen. Das Team schätzt sein Gewicht auf 32 Kilogramm. Die roten Blutkörperchen seien durch den Kontakt mit dem Manganoxid-Mineral Hausmannit mineralisiert worden und dadurch über den langen Zeitraum geschützt geblieben.
Der Planetenforscher Martin Van Kranendonk, ebenfalls von der Curtin University und an der Studie nicht beteiligt, geht noch einen Schritt weiter. Nach seiner Einschätzung zeigt die Arbeit, wie molekulare Strukturen über lange Zeiträume auch unter widrigen Bedingungen geschützt bleiben können. Auch für die Astrobiologie sei das relevant, ebenso für die Frage nach Leben im Universum.
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