Die tatsächliche Aufnahme könnte dann 2028 erfolgen.
Dann geht die Kommission davon aus, dass der Beitrittsvertrag im Juni 2027 unterzeichnet werden kann. Anschließend müssten ein Beitrittsvertrag ausgehandelt und alle bisherigen 27 Mitgliedstaaten ihn ratifizieren.
Auch Albanien und Moldau könnten nach Angaben der Kommission in den kommenden Jahren der EU beitreten. Bis zur tatsächlichen Aufnahme dürften jedoch mehr als 20 Monate vergehen. Die Kommission betont, alle Länder könnten ihre Ziele nur erreichen, wenn sie sämtliche Aufnahmebedingungen erfüllen.
Die Ukraine will Ende 2028 die Beitrittsverhandlungen abschließen. Die Kommission unterstützt dieses ambitionierte Ziel, hält dafür aber eine Beschleunigung des Reformtempos für erforderlich. Eine Aufnahme noch während des Krieges gilt wegen der damit verbundenen militärischen Beistandsverpflichtungen allerdings als politisch kaum vorstellbar.
Unter den vier Beitrittskandidaten ist die Ukraine mit Abstand das größte Land. Montenegro hat rund 620.000 Einwohner, Albanien und Moldau zählen je etwa 2,4 Millionen.
Der EU-Erweiterungsprozess hat zuletzt vor allem aus geopolitischen Erwägungen wieder an Dynamik gewonnen. Der Westbalkan gilt wegen seiner Bedeutung für Sicherheit, Energieversorgung und Migrationspolitik als strategisch besonders wichtige Region.
Bei der Ukraine gilt zudem die Integration ihrer riesigen Landwirtschaft als Problem. Würden ukrainische Bauern nach einem Beitritt uneingeschränkt von den Agrarsubventionen profitieren, könnte das den EU-Haushalt massiv belasten. Landwirte in anderen EU-Staaten fürchten, dass die günstigere ukrainische Produktion die Preise für Getreide, Zucker und Geflügel unter Druck setzt.
Die Kommission hat deshalb besondere Übergangsregelungen für die Ukraine vorgeschlagen. Bei diesen Ländern wurden bislang keine ausreichenden Fortschritte erzielt.
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