Telekom erhöht Jahresprognose trotz wachsenden Drucks aus den USA
Die Deutsche Telekom sieht sich nach einem kräftigen Wachstum gut aufgestellt und hebt ihre Jahresprognose leicht an, wie n-tv berichtet. Konzernchef Tim Höttges zeigte sich zuversichtlich, dass der Bonner Konzern seine Ergebnisse nicht nur erreichen, sondern übertreffen werde. Bei der Prognose für das Gesamtjahr habe sich das Unternehmen wie üblich an seiner US-Tochter T-Mobile orientiert.
Der operative Gewinn legte um acht Prozent zu und lag mit mehr als zwölf Milliarden Euro leicht über den Markterwartungen.
Positiv entwickelte sich erneut die IT- und Cloud-Tochter T-Systems. Die Telekom wolle nächste Woche Einzelheiten zum geplanten Ausbau ihres KI-Rechenzentrums in München vorstellen. Zu einer möglichen Bewerbung für den Betrieb einer europäischen KI-Gigafactory hielt sich Höttges dagegen zurück. Dafür sei es noch zu früh.
Dazu belasteten anhaltende Spekulationen über einen Zusammenschluss mit T-Mobile die Stimmung. Die Aktie verlor deshalb zeitweise mehr als drei Prozent und konnte ihre vorbörslichen Gewinne nicht halten.
Seit Monaten dominiert das Thema einer Fusion von Telekom und T-Mobile die Schlagzeilen. Experten bezweifeln nach dem Bericht allerdings, dass sich der Unternehmenswert durch einen solchen Zusammenschluss wie erhofft steigern lässt.
Als wichtigster Treiber für einen Zusammenschluss gilt der wachsende Druck durch Starlink, die Satellitentochter des Raumfahrtkonzerns SpaceX von Milliardär Elon Musk. Das Unternehmen habe sich kürzlich in den USA ein Paket an Funkfrequenzen gesichert, um Gespräche und Internetverbindungen per Satellit über handelsübliche Smartphones anzubieten. Marcel Tietjen, Technologieexperte der Beratungsfirma BearingPoint, betonte, das Thema sei ernst zu nehmen. Vor zwei Jahren habe Satellitenempfang auf dem Handy noch als Nische gegolten.
Die drohende Verschärfung des Wettbewerbs nehme er sehr ernst, er rechne mit sinkenden Gewinnmargen. Zuvor hatte der Telekom-Chef die Konkurrenz mit Musk gemeinsam mit den Umwälzungen durch KI als größte Herausforderung bezeichnet.
Die EU hat den größten Teil der im kommenden Jahr anstehenden Lizenzneuvergaben für heimische Anbieter reserviert. Tietjen riet den Unternehmen, rasch Tarife mit Satellitenempfang anzubieten. Entscheidend sei dabei weniger, wer die Satelliten betreibe, als die Frage, wem der Kunde gehöre.
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