Die USA warnen vor einer laufenden Cyberbedrohung für industrielle Kühlsysteme. In einer am Donnerstag (5. November) veröffentlichten Erklärung, über die CNA berichtete, heißt es, jede Organisation, die auf Kühllagerung angewiesen ist, sollte davon ausgehen, dass sie ins Visier von Hackern geraten könnte.
Die Erklärung folgt auf eine Reihe von Angriffen auf gewerbliche Tiefkühl- und Kühlgeräte in den Vereinigten Staaten und Europa. Mindestens drei Angriffswellen hätten in den vergangenen Monaten Kühl- und Tiefkühlgeräte getroffen. Nach Angaben der Behörden zielen nicht näher benannte böswillige Cyberakteure auf Schwachstellen in elektronischen Temperatur- und Kühlsteuerungen, die aus dem Internet erreichbar sind. Betroffen seien Supermärkte und Kühllager.
Gelingt ein Angriff, könnten die Täter nach Warnung der Behörden die Temperatur verändern. Möglich seien auch physische Folgen wie Brandgefahr, Verlust von Waren und Veränderungen der Lebensdauer der Anlage. Herausgegeben wurde die Erklärung gemeinsam vom FBI, der Cybersicherheitsbehörde CISA sowie den Ministerien für Gesundheit, Verkehr und Landwirtschaft.
Chris Butera, kommissarischer stellvertretender Exekutivdirektor der CISA für Cybersicherheit, sagte, jede Organisation, die auf Kühl- und Überwachungssysteme angewiesen sei, solle davon ausgehen, ein mögliches Ziel zu sein. Brett Leatherman, Direktor des Cyber-Bereichs beim FBI, erklärte, man sehe, dass diese Systeme in kritischen Infrastrukturbereichen weltweit angegriffen würden.
Die Regierung rät Betreibern industrieller Kühlsteuerungen, ihre Geräte vom öffentlichen Internet zu trennen, sie von den Unternehmensnetzwerken zu isolieren und Softwareupdates zügig einzuspielen.
Auch das Pentagon befasst sich mit dem Thema. Ermittler behandeln eine Serie rätselhafter Störungen an Kühlanlagen von Supermärkten auf US-Militärstützpunkten im August als Cyberangriff, wie Reuters vergangene Woche erstmals berichtete.
In Frankreich richtete ein umfangreicher Hackerangriff auf Tiefkühlgeräte im vergangenen Monat Schäden im Wert von Dutzenden Millionen Euro an. Am Montag (2. November) traf eine zweite Angriffswelle nach Angaben der Berichterstattung mehr als 100 Filialen in ganz Europa.
Die Angriffe werfen die Frage auf, wie Hacker Kühlschränke und andere kritische Geräte aus der Ferne manipulieren können.
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