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Wirecard-Flüchtiger Marsalek soll Sturz von Kurz mitbetrieben haben

Der flüchtige frühere Wirecard-Manager Jan Marsalek soll gegenüber einem Spionagering-Anführer behauptet haben, an der Demission von Sebastian Kurz beteiligt gewesen zu sein. Belege dafür enthalten die Ermittlungsakten nicht.

Wirecard-Flüchtiger Marsalek soll Sturz von Kurz mitbetrieben habenSymbolbild
Foto: Nikolay Demirev · Pexels

Das Wichtigste in Kürze

  • Marsalek soll behauptet haben, Kurz durch die Beschlagnahme des Handys von Thomas Schmid gestürzt zu haben
  • Die Akten belegen nicht, dass Marsalek die Beschlagnahme tatsächlich organisiert hat
  • Laut britischen Staatsanwälten lebte Marsalek in Moskau und arbeitete vor allem für den russischen Inlandsgeheimdienst FSB

Der flüchtige frühere Wirecard-Manager Jan Marsalek soll behauptet haben, an einer Operation beteiligt gewesen zu sein, die den österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz im Jahr 2021 zu Fall gebracht hat. Das berichtet POLITICO. Kurz war im Herbst 2021 inmitten von Korruptionsvorwürfen zurückgetreten. Die Akten enthalten nach Angaben von POLITICO keine unabhängigen Belege für Marsaleks Rolle an seinem Sturz.

Die Nachrichten sind Teil von Ermittlungsakten, die auch der britische Telegraph eingesehen hat. Sie wurden am 22. Oktober 2021 von einem Mann verschickt, den die Behörden als Marsalek identifiziert haben und der sich dabei den Namen Rupert Ticz gab. Empfänger war Orlin R., der Anführer eines Spionagerings, der Anweisungen von Marsalek erhalten haben soll. R. wurde in Großbritannien zu zehn Jahren und acht Monaten Haft verurteilt.

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In den Nachrichten schreibt Marsalek von einem Mann, der eine Zeitlang für sie gearbeitet habe und nun Opfer einer Hexenjagd des Teams des früheren Kanzlers sei. Man habe den Kanzler erfolgreich gestürzt, indem man das Mobiltelefon eines engen Vertrauten von ihm beschlagnahmt habe. Dieser Vertraute habe nach Marsaleks Darstellung die geheime Wahlkampffinanzierung verwaltet. Ob mit dem Mann Wirecard oder ein russischer Geheimdienst gemeint war, blieb laut den Ermittlern unklar.

Bei dem Telefon handelt es sich um das Gerät von Thomas Schmid, einem früheren hohen Beamten im Finanzministerium und engen Vertrauten von Kurz. Die Ermittler beschlagnahmten es am 12. November 2019. Dabei fanden sie umfangreiche Kommunikation, darunter zuvor gelöschte Nachrichten, die später Teil mehrerer Korruptionsermittlungen wurden. Schmid leitete später die staatliche Holdinggesellschaft ÖBAG.

Am 6. Oktober 2021 durchsuchten Staatsanwälte das Bundeskanzleramt, das Finanzministerium und die Zentrale der ÖVP. Es ging um den Verdacht, Steuergeld sei für politisch günstige Umfragen und Medienberichte verwendet worden. Am 9. Oktober 2021 kündigte Kurz seinen Rücktritt als Kanzler an. Dreizehn Tage später schrieb Marsalek an Orlin R., die Geschichte sei ziemlich verworren. Die übrigen Chats hätten den Kanzler erledigt.

Laut der Einschätzung der Ermittler behauptete Marsalek unmissverständlich, man habe den Kanzler in einer erfolgreichen Operation gestürzt. Marsalek habe damit gegenüber Roussev eingeräumt, an der Beschlagnahme dieses Mobiltelefons beteiligt gewesen zu sein, heißt es im Bericht. Die Akten belegen jedoch nicht, dass Marsalek die Beschlagnahme tatsächlich organisiert hat.

Die Nachrichten stammen aus österreichischen Polizeiakten, die wegen Unterstützung eines ausländischen Nachrichtendienstes und Einmischung in die österreichische Politik geführt werden. Die Unterlagen nennen zudem mögliche Delikte im Zusammenhang mit Wahlen, Amtspflichtverletzungen und Korruption.

Zur Zeit der Nachrichten lebte Marsalek laut britischen Staatsanwälten in Moskau und arbeitete vor allem für den russischen Inlandsgeheimdienst FSB. Der Spionagering, dem R. angehörte, soll Kreml-Gegner und investigative Journalisten überwacht, Entführungen besprochen und Desinformationskampagnen geplant haben. Der Ring hatte zudem Zugang zu sensiblen Informationen der österreichischen Regierung. Der Telegraph berichtete im Mai 2025, dass drei Mobiltelefone von hochrangigen Beamten des österreichischen Innenministeriums in Russland gelandet seien. Eine Verbindung zu dem Fall Schmid sei nicht belegt.

Ihm wird vorgeworfen, seit mehr als einem Jahrzehnt für den Kreml zu arbeiten. Die britische Polizei spricht von Spionage in industriellem Ausmaß. Marsalek wird in mehreren europäischen Staaten, darunter Österreich, wegen Spionage untersucht.

Kurz lehnte einen Kommentar zu den Nachrichten und zur Einschätzung der Ermittler ab. Manfred Weber, der deutsche Vorsitzende der EVP im Europäischen Parlament, sagte POLITICO, Russland wolle die freien Demokratien destabilisieren. Es müsse eindeutig ausgeschlossen werden, dass russische Geheimdienste in demokratische und justizielle Prozesse eingreifen. Die Vorgänge müssten gründlich untersucht werden. Ein Sprecher des österreichischen Innenministeriums erklärte, man könne sich zu laufenden Ermittlungen gegen Marsaleks Netzwerk nicht äußern. Das Bundeskriminalamt gebe keine Informationen über laufende Verfahren oder bestimmte Personen heraus.

Es gilt die Unschuldsvermutung.

Dieser Beitrag wurde automatisiert auf Grundlage externer Nachrichtenquellen und unter Einsatz künstlicher Intelligenz erstellt. So arbeiten wir

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