Forscher der TU Graz haben in allen von ihnen untersuchten „Phone Clone“-Apps Sicherheitslücken entdeckt. Die Anwendungen werden von Herstellern wie Samsung, Google, Vivo, Xiaomi, Oppo, Huawei und Honor für den Datentransfer zwischen alten und neuen Smartphones eingesetzt, berichtete die Kleine Zeitung.
Die Programme übertragen Apps, Einstellungen und Daten meist über eine direkte WLAN-Verbindung zwischen den beiden Geräten. Nach Angaben des Forschungsteams konnten Angreifer die Übertragung in allen untersuchten Anwendungen mitlesen oder manipulieren.
Betroffen waren unter anderem Anruflisten, SMS, Fotos sowie Anmelde- und Gesundheitsdaten. In einigen Fällen hätten die Forscher während der Übertragung manipulierte App-Pakete einschleusen und dadurch Schadsoftware direkt auf dem neuen Smartphone installieren können.
Ausrüstung für weniger als 100 Euro habe ausgereicht, um Datenübertragungen zu belauschen.
Als besonders gefährdet nennen die Forscher Elektronikfachgeschäfte und Mobilfunk-Shops, in denen täglich viele neue Smartphones eingerichtet würden. Die untersuchten Apps kommen zusammen auf mehr als zwölf Milliarden Downloads und sind auf nahezu allen Android-Geräten vorinstalliert.
Draschbacher sagte, die Sicherheitslücken hätten wegen der bequemen Nutzung der Apps für den Datenumzug erhebliche Auswirkungen.
Die Forscher meldeten ihre Erkenntnisse vorab an die Hersteller. Diese hätten die Schwachstellen bestätigt, darunter fünf Sicherheitswarnungen mit der Einstufung „hoch“.
Vor einer Datenmigration sollten Nutzer nach Empfehlung des Forschungsteams beide Smartphones auf den aktuellsten Softwarestand bringen. In manchen Fällen müsse dafür das gesamte Betriebssystem aktualisiert werden.
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