Die Ukraine berichtet von Einschränkungen bei der Nutzung des Satelliteninternets Starlink. Nach ukrainischen Medienberichten führte SpaceX in der Nacht ohne Vorwarnung ein Tempolimit für Starlink-Terminals ein. Schnelle Flugobjekte könnten dadurch ihre Verbindung verlieren. Über die möglichen Folgen berichtete ntv.
Demnach bricht die Verbindung bei Geschwindigkeiten von mehr als 160 Kilometern pro Stunde ab. Andere Berichte nennen bereits 110 oder 120 Kilometer pro Stunde als Grenze. Ukrainische Drohnen, die teilweise bis zu 300 Kilometer pro Stunde schnell fliegen, wären bei einer Überschreitung im Blindflug unterwegs.
Die ukrainische Armee nutzt Starlink seit Beginn des Krieges für die Kommunikation im Frontgebiet. Das Satelliteninternet ermöglicht auch bei zerstörter Infrastruktur und fehlendem Mobilfunknetz eine Verbindung. Mit dem Einsatz von Seedrohnen und Angriffen auf Ziele im russischen Hinterland kam ein weiteres Einsatzgebiet hinzu. Starlink-Antennen können auch auf schnell beweglichen Booten und Fluggeräten Verbindungen herstellen. Dadurch lassen sich Drohnenvideos nahezu in Echtzeit übertragen und Waffen aus der Ferne steuern.
Die Ukraine erhält von westlichen Verbündeten außerdem Satellitendaten und weitere Informationen zur Abwehr russischer Luftangriffe. Dazu zählen Hinweise auf das Auftanken, die Munitionierung und den Start russischer Flugzeuge sowie auf Raketen- und Drohnenangriffe. Kiew bekomme zudem Angaben zu möglichen Zielen, Positionen der russischen Flugabwehr, Truppenbewegungen, Munitionslagern und Kommandozentren. Solche Informationen seien auch für ukrainische Angriffe wichtig.
Die USA könnten sie jedoch nicht ersetzen. In Europa gebe es mehrere Alternativen zu Starlink. Ob diese bei Abdeckung, Ausfallsicherheit und Datendurchsatz an den US-Dienst herankämen, sei unter den ukrainischen Kriegsbedingungen bisher nicht in großem Maßstab getestet worden.
Eine Anfrage beim Weißen Haus blieb unbeantwortet. SpaceX-Chef Elon Musk teilte auf X mit, die Verantwortung liege vollständig bei der US-Regierung. Den Vorwurf, die USA teilten weniger Geheimdienstinformationen mit der Ukraine als üblich, wies US-Präsident Donald Trump zurück.
Das Verhältnis zwischen Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat sich zuletzt verschlechtert. Trump habe die Ablösung Selenskyjs gefordert und ihm vorgeworfen, sich gegen ein Friedensabkommen zu sperren und für hohe Dieselpreise verantwortlich zu sein. Der Dieselpreis sei jedoch vor allem durch den Krieg im Iran gestiegen.
November wolle er Erfolge vorweisen und damit seiner Republikanischen Partei Rückenwind geben.
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