El Salvadors Präsident Nayib Bukele erwägt eine Amnestie für rund 40.000 Menschen, die während des mehrjährigen Ausnahmezustands als vermeintliche Gangmitglieder inhaftiert worden seien. Das berichtete Spiegel Online unter Berufung auf örtliche Medien. Demnach könnten 50 Prozent der Häftlinge freikommen, denen eine Zusammenarbeit mit Banden vorgeworfen werde.
Bukele habe erklärt, die Haftentlassung gelte nicht für Mörder und Personen, die beim Verschwindenlassen einer Leiche geholfen hätten.
Während des Ausnahmezustands seien mehr als 90.000 Menschen festgenommen worden. Die Regierung werfe ihnen vor, Mitglied der Mara-Gangs zu sein.
Der seit Ende März 2022 geltende Ausnahmezustand sei 55 Mal verlängert worden. Im Parlament verfügten Bukele loyale Abgeordnete über 57 der 60 Sitze und hätten ihm bereits eine unbegrenzte Wiederwahl genehmigt. Menschenrechtsorganisationen und die Kirche hätten kritisiert, dass Behörden auch zahlreiche Unschuldige festgenommen und ihnen den Zugang zu juristischem Beistand verweigert hätten.
Während El Salvador offenbar von den Masseninhaftierungen abrückt, eröffnete Costa Ricas Präsidentin Laura Fernández am Mittwoch ein ähnliches Gefängnis. Der Bau habe 35 Millionen US-Dollar gekostet und solle 5100 Insassen aufnehmen können.
Costa Rica kämpfe ebenfalls mit den Folgen des Drogenschmuggels.
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