China hat in Laos den gemeinsam mit dem Land betriebenen Militärflugplatz Ban Keun eröffnet. Die Anlage rund 50 Kilometer nördlich der Hauptstadt Vientiane und nahe der thailändischen Grenze ist nach Angaben von ABC News International Chinas erste Auslandsanlage mit Schwerpunkt auf Luftstreitkräften.
Der Flugplatz verfügt derzeit über eine rund 2.000 Meter lange Start- und Landebahn, eine parallele Rollbahn sowie ein Vorfeld mit Stellplätzen für zwei Dutzend Flugzeuge.
Die vorhandene Bahn könne bereits von Kampfflugzeugen genutzt werden. Den Bildern zufolge wäre eine Verlängerung um mindestens weitere 1.000 Meter möglich. Damit könnten auch größere Flugzeuge, darunter Bomber, den Flugplatz nutzen.
Chinas Verteidigungsministerium erklärte bei der Bekanntgabe der Eröffnung, das China-Laos Joint Support and Training Center und die China-Laos Friendship Aviation Academy sollten Laos bei der Ausbildung von Piloten seiner Luftstreitkräfte helfen. Die Einrichtungen richteten sich gegen keinen dritten Staat, teilte das Ministerium mit.
China hat nicht erklärt, ob es dauerhaft Flugzeuge und Besatzungen in Ban Keun stationieren will. Die staatliche Zeitung Global Times zitierte einen Experten mit der Einschätzung, es werde keine eigenständige chinesische Garnison und keine exklusiven Nutzungsrechte geben. Die Regierung von Laos äußerte sich nicht dazu, wie der Flugplatz gemeinsam betrieben werden oder künftig genutzt werden soll.
Zugleich diene die Einrichtung nach Einschätzung des Beamten dazu, Chinas Einfluss in Laos zu stärken. Eine Stationierung chinesischer Streitkräfte in Laos würde Vietnam zusätzlichen militärischen Druck aussetzen.
Das Institute for the Study of War erklärte, die Anlage ermögliche der chinesischen Luftwaffe derzeit noch keine größeren Kampfeinsätze wie von US-amerikanischen Auslandsstützpunkten aus. Allein ihre Lage sei jedoch bedeutsam. Der Flugplatz könne alternative Zugänge zu umstrittenen Gebieten im Südchinesischen Meer und zu strategischen Luftrouten rund um Vietnam eröffnen.
Thailand sieht in der Einrichtung nahe seiner Grenze nach Angaben des Verteidigungsministeriumssprechers Konteradmiral Surasant Kongsiri keine Bedrohung für die eigene Sicherheit. Thailand werde die Entwicklung aber im Rahmen seiner routinemäßigen Sicherheitsbewertung weiter beobachten, sagte Kongsiri der AP. Laos habe das legitime Recht, im Rahmen seiner Souveränität und des internationalen Rechts Vereinbarungen mit Partnerstaaten zu schließen.
Der Verteidigungsanalyst Evan Laksmana vom International Institute for Strategic Studies sagte, der Flugplatz könne im Fall eines chinesischen Angriffs auf Taiwan die US-Strategie erschweren. Die Anlage liege zwar deutlich weiter von Taiwan entfernt als größere Luftwaffenstützpunkte auf dem chinesischen Festland, könne aber als Ausweichpiste für beschädigte Flugzeuge und für Reparaturen dienen.
Nach Einschätzung Laksmana könnte der Flugplatz über eine neue Hochgeschwindigkeitsbahn versorgt werden, die Chinas Provinz Yunnan mit der laotischen Hauptstadt verbindet. Die Bahn war ein Vorzeigeprojekt der Seidenstraßen-Initiative von Präsident Xi Jinping. Für China könne die Anlage zudem eine Möglichkeit sein, den Betrieb eines Luftwaffenstützpunkts auf fremdem Boden zu üben.
Die laotische Luftwaffe verfügt laut dem jährlichen Bericht Military Balance derzeit über sieben kampffähige Flugzeuge. Sollte Laos seine Luftstreitkräfte ausbauen, könnte das Abkommen mit China nach Einschätzung Greg Polings vom Center for Strategic and International Studies zu besseren Bedingungen für den künftigen Kauf chinesischer Kampfflugzeuge führen.
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