Nach dem Stopp des Baus der Fregatte F126 diskutieren Leserinnen und Leser der Süddeutschen Zeitung über den Streit mit der Werft. Die Regierung hatte den Bau des größten Kriegsschiffs der Marine gestoppt, nun fordert die Werft Schadenersatz in Milliardenhöhe. Die SZ hatte dazu am 2. Oktober berichtet, unter anderem über eine mögliche Milliardenklage.
Gero K. aus Alfter kritisiert die Überschrift jener Berichterstattung als reißerisch. Im Artikel liege ein Schreiben des Rechtsanwalts Peter Gauweiler vor. Der Überschrift entnehme er, dass es sich lediglich um eine Klagedrohung handle. Die Gesamtsituation sei nach seiner Darstellung komplex, eine Klageforderung lasse sich nicht als gesichert bezeichnen.
Dr. Mohammad B. aus Winsen an der Luhe hält den Stopp der Fregatte F126 nach Jahren der Verzögerung für vertretbar. Das Wie sei jedoch nicht vertretbar. Er spricht von einem abrupten Ausstieg auf rechtlich wackliger Grundlage, einem Milliardenauftrag ohne Ausschreibung und einem offenbar übergangenen Beschaffungsamt. Schon jetzt sei ein Schaden von 2,3 Milliarden Euro entstanden. Ob Parteinetzwerke im Spiel waren, müsse nach seiner Meinung der Bundestag klären, denn schon der Anschein beschädige das Vertrauen. Die Zeitenwende brauche Tempo, aber kein Hauruck.
Axel L. aus München weist darauf hin, dass nach einer Vertragskündigung die Darstellungen der Vorgeschichte immer kontrovers seien, besonders wenn es um so viel Geld gehe. Die Gerichte müssten oft mühsam klären, welche Konfliktpartei in welchem Umfang recht oder unrecht habe. Wer kündige, könne sich nie hundertprozentig sicher sein, wie der Streit ausgehe. Er unterstellt dem Verteidigungsminister bis zum Beweis des Gegenteils, dass dieser und seine Berater alle Optionen geprüft hätten. Die Behauptung des gegnerischen Anwalts, die Kündigung sei mit einem hohen Prozessrisiko verbunden, nennt er Theaterdonner. Selbst wenn dies zutreffe, müsse die Kündigung nicht falsch gewesen sein. Entscheidend sei, wie die Marine nach heutigem Wissensstand möglichst bald in die Lage versetzt werde, ihren Auftrag zu erfüllen.
Christian S. aus Schlehdorf sieht die Absage der Damen-Werft nicht als überraschend an. Vielmehr sei die Werft mit der Komplexität des Auftrags überfordert gewesen und habe ihre Probleme nicht beheben können. Nach seiner Darstellung steht im Artikel nichts zu den tatsächlichen Gründen der Stornierung. Das sei unternehmerisches Risiko, bei der Munitionsproduktion habe sich ein solches Vorgehen ausgezahlt. Den Ersatzauftrag habe der Haushaltsausschuss ohne Ausschreibung an TKMS vergeben. Die Fregatte MEKO 200 sei bereits vielfach gebaut worden, das erste Schiff solle 2029 zur Verfügung stehen.
Die Leserbriefe sind nach Angaben der Süddeutschen Zeitung Meinungsäußerungen ihrer Verfasser und nicht der Redaktion.
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