Wie Focus Online berichtete, haben seitdem 72 Beamte eine Versetzung aus Berlin angefragt oder beantragt.
Die Innenminister von Brandenburg und Baden-Württemberg hatten nach der Wahl offen um Polizeibeamte aus Berlin geworben. In seinem Land wisse man, was man an seinen Polizistinnen und Polizisten habe. Wer für Sicherheit, Freiheit und den Rechtsstaat einstehe, sei dort jederzeit willkommen.
Jan Redmann, CDU-Politiker in Brandenburg, hatte in einer Instagram-Botschaft Menschen aus Berlin oder Sachsen-Anhalt, die sich um die politische Zukunft ihres Heimatlandes sorgen, nach Brandenburg eingeladen. Brandenburg investiere im Unterschied zu anderen Ländern in seine Polizei. Der Innenminister des Landes wolle die Polizei noch schlagkräftiger machen, gegen Clans, organisierte Kriminalität und Extremisten aller Art.
Benjamin Jendro, Gewerkschaftssprecher der Berliner Polizei, sagte Focus Online, die Zahl überrasche ihn nicht. In wenigen Wochen sei sie dennoch viel. Würde sich das jedes Jahr wiederholen, wäre in zwei Jahren ein Polizeiabschnitt in Berlin personell verloren.
Diese Vereinbarung gegen sogenannte Raub-Ernennungen sei nun überholt. Wenn der Hauptstadt Polizisten fehlten, merke man das im ganzen Land, mahnte der Gewerkschaftssprecher. Andere Bundesländer witterten ihre Chance, dringend benötigte Nachwuchskräfte und erfahrene Kollegen aus Berlin für sich zu gewinnen.
Laut Angaben der Berliner Polizei arbeiteten mit Stand vom 11. Von ihnen seien rund 18.500 mit polizeilichen Kernaufgaben betraut.
Im Wahlprogramm zur Abgeordnetenhauswahl hatte die Linke über polizeiliche Willkür geklagt. Sie hatte gefordert, Polizeiarbeit, wo immer dies möglich sei, durch soziale Arbeit zu ersetzen. Auch den Personalbestand der Polizei wollte die Partei reduzieren. Sie wolle prüfen, wie sich dieser auf das Niveau anderer Stadtstaaten anpassen lasse, zuzüglich hauptstadtbedingter Mehrbedarfe gemäß dem Hauptstadtfinanzierungsvertrag.
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