Ein Leak der AfD könnte ein neues Licht auf einen Spendenskandal werfen, der als abgeschlossen galt. Das zeigen Recherchen von NDR und WDR.
Im Sommer 2017 gingen insgesamt 132.000 Euro auf einem Wahlkampfkonto im Kreisverband der damaligen Spitzenkandidatin ein, aufgeteilt in 18 Tranchen. Angeblich stammte das Geld von einer Schweizer Pharmafirma.
Als NDR, WDR und SZ die Spendenaffäre 2018 aufdeckten und Weidel mit den Transaktionen konfrontierten, sagte sie, sie habe erst Wochen nach deren Eingang davon erfahren. Sie sei von den Spenden überrascht worden und habe nicht zum Tagesgeschäft der Wahlkampffinanzierung gehört.
Sie war an zwei Vertraute in ihrem Kreisverband gerichtet.
In derselben Mail solle eine Parteikollegin vom Bodensee das Konto zweimal wöchentlich im Blick haben.
Genau vier Tage nach der Ankündigung in der Mail begann die Überweisungsserie aus der Schweiz. Die 18 Tranchen trugen den Verwendungszweck Wahlkampfspende für Social Media. Teile des Geldes wurden tatsächlich für die Tätigkeit eines Social-Media-Managers verwendet.
Auf Anfrage teilte der Sprecher Weidels mit, sie habe keine ihrer Aussagen in der Causa Spenden im Kreisverband Bodenseekreis revidiert. Weidel habe damals viele Gespräche mit potenziellen Unterstützern geführt, weshalb das Unterkonto eingerichtet worden sei. Weder habe sie konkrete Summen erwartet, noch sei sie sich sicher gewesen, dass einzelne Personen tatsächlich spenden würden.
Die Ermittler konnten den Funktionären nicht nachweisen, dass sie den illegalen Geldfluss mit dem wahren Geldgeber abgesprochen hatten. Dabei handelt es sich um einen Schweizer Immobilienmillionär namens Henning C.
Innerparteilich könnte sie deshalb wieder unter Druck geraten.
Die Echtheit aller Dokumente hat sie jedoch nicht bestätigt. Sie prüft die Vorgänge und hat Strafanzeige gestellt.
Es gilt die Unschuldsvermutung.
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