Russland will auf die Ausweisung von vier seiner Diplomaten durch Österreich reagieren. Das russische Außenministerium kündigt eine Antwort an, wie die staatliche Nachrichtenagentur TASS berichtete. Der stellvertretende Außenminister Dmitri Ljubinski habe TASS gesagt, eine Reaktion werde unvermeidlich folgen. Welche Maßnahmen Moskau plant, nannte er nicht.
Das österreichische Außenministerium hatte zuvor mitgeteilt, es habe die in Wien tätigen russischen Diplomaten zu personae non gratae erklärt. Als Grund nannte es Tätigkeiten, die mit ihrem diplomatischen Status unvereinbar seien. Dieser Begriff wird üblicherweise für Spionage verwendet.
Drei der Ausgewiesenen arbeiteten an der russischen Botschaft in Wien. Der vierte gehörte zur russischen Delegation bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und war dort für militärische Sicherheit und Rüstungskontrolle zuständig, teilte das Ministerium mit. Mit der aktuellen Maßnahme erhöht sich die Zahl der in den vergangenen sechs Jahren in Österreich ausgewiesenen russischen Diplomaten auf 18.
Österreich ist neutral. Seine Regierungen haben sich seit dem Beginn der großangelegten russischen Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 jedoch auf die Seite der Ukraine gestellt.
Im Mai hatte Österreich bereits drei russische Diplomaten ausgewiesen. Begründet wurde dies mit dem sogenannten Antennenwald auf den Dächern russischer diplomatischer Gebäude, der für Spionage genutzt werden könne. Moskau reagiert auf Ausweisungen in der Regel mit Gegenmaßnahmen und weist Diplomaten des Gastlandes aus der eigenen Botschaft in Moskau aus. Wien ist ein zentraler diplomatischer Standort, an dem neben der OSZE auch Organisationen der Vereinten Nationen sitzen, etwa die Internationale Atomenergiebehörde.
Kommentare (0)