Mit einer Rede von CSU-Chef Markus Söder beginnt der Parteitag der Christsozialen. Die CSU will auf dem zweitägigen Parteitag ihren Kurs für die weitere Regierungsarbeit bestimmen.
Auch bei seinen Kanzlerambitionen sei sein Auftreten nicht immer eindeutig.
Die Bundesregierung steht nach dieser Darstellung ohnehin unter Beschuss, nun kommt Kritik auch aus den eigenen Reihen. Söder habe auf dem Deutschlandtag der Jungen Union gesagt, statt Steuern zu senken, habe man sich entschlossen, Steuern zu erhöhen. Er nannte Tabak, Alkohol und Zucker, die teurer würden.
Nach Einschätzung von tagesschau gefällt Söder die Rolle des ambivalenten Volksvertreters. Als CSU-Parteichef bestimme er die Richtung der Koalition mit, als CSU-Ministerpräsident wolle er gern einen anderen Kurs. Anders als andere Ministerpräsidenten sitze er in Berlin im Koalitionsausschuss mit am Tisch, wenn die politischen Weichen gestellt würden. Tagesschau nennt ihn deshalb die personifizierte Opposition in der Koalition und einen Handelsvertreter bayerischer Interessen mit starker Durchsetzungskraft.
Auch außerhalb Bayerns hat Söder Fans. Tagesschau schreibt, Söder-Fans gebe es eher im Osten, im Westen eher nicht.
Söder könne Festzelt, heißt es weiter. Er wisse, was sein Publikum hören wolle, und sei selbstironisch genug, über sich selbst zu lachen. Andere teile er jedoch gern deftig aus. Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, habe dafür das Verb „södern“ erfunden.
Zwischen Söder und Hendrik Wüst, dem Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, bestehe eine machtpolitische Rivalität. Wüst gelte als natürlicher Kanzlerkandidat. Tagesschau bewertet das als Punktgewinn, mehr aber auch nicht.
Im Mittelpunkt dürfte zudem die CSU-Politikerin Ilse Aigner stehen. Nach CSU-Angaben ist Aigner jedoch weder als Rednerin vorgesehen, noch ist auf dem Parteitag eine formale Nominierung geplant.
Tagesschau stellt fest, dass Söder sich in letzter Zeit auffällig versöhnlich gebe. Verbale Attacken gegen die eigenen Leute seien seltener geworden. Die AfD und die Linke stünden im Fokus des CSU-Chefs. Sollte eine dieser Parteien eine Landesregierung anführen, wolle Söder kein Geld mehr per Länderfinanzausgleich überweisen. Auch äußerlich zeige er eine andere Seite: Bei offiziellen Anlässen trage er seit einiger Zeit Krawatte und wolle staatsmännisch wirken.
Öffentlich behaupte er das Gegenteil. 2021 habe er ebenfalls beteuert, sein Platz sei in Bayern. Wie das ausging, könne Armin Laschet ein Klagelied singen.
Söder wolle für eine Kanzlerkandidatur nicht selbst die Hand heben, er wolle gerufen werden. Das gelte als offenes Geheimnis. Bisher ruft jedoch niemand.
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