Eine Woche nach den gewaltsamen Ausschreitungen sind in Frankreich am Samstag erneut landesweite Proteste zusammengekommen. Nach Angaben des Innenministeriums waren dafür rund 70.000 Sicherheitskräfte im Einsatz. Wie WELT berichtet, setzte die Polizei in Lyon und Lille Tränengas ein.
Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer auf rund 110.000. Zum Ende des Protestmarschs setzte sie Tränengas und Wasserwerfer gegen Demonstranten ein. Bild-Chefreporter Til Biermann beschrieb die Lage am Nachmittag als friedlich.
Nach Angaben des Innenministeriums beteiligten sich bis Samstag um 13 Uhr landesweit 35.000 Demonstranten. Zum gleichen Zeitpunkt der Vorwoche waren es 60.000 gewesen. Das Ministerium nennt für den Tag insgesamt 410.000 Teilnehmer, die Gewerkschaft CGT spricht von fast 800.000.
Die genehmigten Protestzüge seien zunächst gut verlaufen. Außer in Paris sei es auch in Marseille, Toulouse und Nizza zu Zusammenstößen gekommen.
In Clermont-Ferrand und Toulouse wurden nach Angaben des französischen Innenministeriums zwei Menschen schwer verletzt. In Toulouse habe es nach Behördenangaben einen 20-Jährigen schwer an der Hand getroffen.
Auch in Belgien kam es zu Zusammenstößen. Die Polizei setzte in Brüssel am Mittag Tränengas und Pfefferspray gegen regierungskritische Demonstranten ein.
In Italien wurden bei erneuten Protesten landesweit hunderte Menschen festgenommen. Die Proteste umfassten zudem hohe Benzinpreise und Aufrüstung. In Mailand, wo es am vergangenen Wochenende zu schweren Krawallen gekommen war, stoppte die Polizei den Demonstrationszug im Zentrum und setzte Schlagstöcke ein. Aus Sorge vor Ausschreitungen waren viele Luxusgeschäfte verbarrikadiert.
Auch in Tirana ging die albanische Polizei gegen Demonstranten vor, mit Tränengas, Wasserwerfern und Gummigeschossen.
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