Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Dienstag (27. Oktober) eine Reise durch drei asiatische Länder begonnen, die die Beziehungen Deutschlands in der Region über China hinaus verbreitern soll, wie Euronews berichtet. Zum Auftakt in Singapur sagte Merz, Europa bleibe ein stabiler Ort für Investitionen. Es gebe keine Unsicherheiten in Europa. Unter der von ihm geführten Bundesregierung würden die Investitionsmöglichkeiten laufend verbessert, erklärte er nach Gesprächen mit Premierminister Lawrence Wong. Er erlebe viel Vertrauen in Deutschland und Europa als Standorte für Investitionen.
Die Botschaft fällt in eine Phase wachsenden Drucks in Berlin. Ein wichtiger Minister des Juniorpartners der Koalition, Bärbel Bas, ist in diesem Monat zurückgetreten. Merz' Zustimmungswerte haben nachgelassen, während die Unterstützung für die extreme Rechte gewachsen ist. Die Koalition steht damit auf wackligen Füßen. Auch in Frankreich begleiteten wochenlange Proteste weitverbreitete Plünderungen.
Wong sagte, das Vertrauen in Deutschland und Europa bleibe unter singapurischen Investoren stark. Diese dächten langfristig und nicht in Abhängigkeit von einem einzelnen Wahlzyklus. Berlin sucht seit einiger Zeit, seine Handels- und strategischen Partnerschaften breiter aufzustellen. Hintergrund sind Bedenken über die Verlässlichkeit der Vereinigten Staaten sowie Chinas Aufstieg als wirtschaftlicher Rivale. China bleibe Deutschlands größter Wirtschaftspartner in Asien, werde aber zunehmend als Konkurrent gesehen.
Merz sagte, Singapur, Japan und Südkorea teilten gemeinsame Interessen mit Deutschland. Wenn man diese Anstrengungen gemeinsam unternehme, werde die eigene Unabhängigkeit von anderen Ländern deutlich wachsen.
Der weitere Reiseplan sieht am Mittwoch (28. Oktober) ein Treffen mit Premier Sanae Takaichi in Japan vor. Von Donnerstag bis Freitag (29. und 30. Oktober) folgt ein zweitägiger Besuch in Südkorea.
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