Der Anbau von Opium in Afghanistan hat sich trotz des Verbots durch die Taliban stark ausgeweitet. Wie n-tv unter Berufung auf neue Zahlen der Vereinten Nationen berichtete, ist die Produktion gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als das Vierfache gestiegen. Laut dem UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) in Wien wurden in diesem Jahr 43.000 Hektar mit Schlafmohn bepflanzt, nachdem es im vergangenen Jahr 10.000 Hektar gewesen waren.
Afghanistan war lange Zeit der führende Opiumproduzent, bis es 2022 von Myanmar abgelöst wurde. Als Ursache nennt die Quelle das Vorgehen der Taliban gegen den Anbau von Schlafmohn nach ihrer Rückkehr an die Macht. Durch deren Eingreifen sei die Opium-Anbaufläche von mehr als 200.000 Hektar auf 10.000 Hektar im Jahr 2025 gesunken.
Die Opiumproduktion liege derzeit weiterhin weit unter den Mengen von vor dem Verbot, heißt es im UNODC-Bericht. Die Opiumpreise seien in den vergangenen Jahren auch wegen der Knappheit infolge der Verbote gestiegen.
Afghanistan steckt in einer schweren humanitären Krise, viele Menschen können sich kaum noch Lebensmittel leisten. Bei der Durchsetzung des Verbots seien Bauern in der Regel weder entschädigt noch an Alternativen herangeführt worden. Die Armut treibt nach Darstellung der Quelle viele Bauern dazu, das Verbot trotz schwerer Konsequenzen zu missachten.
Mohammed, 22 Jahre alt und Bauer aus der nordöstlichen Provinz Badachschan, einer Hochburg des Opiumanbaus, sagte, ohne Opium könne er sich nicht einmal Grundnahrungsmittel leisten. Ohne Opium sei das nicht zu erreichen. Wegen des illegalen Anbaus lebe er in Angst. Die Taliban-Behörden hätten ihm gedroht, seine Ernten seien bereits mehrfach zerstört worden. Dennoch mache er weiter.
Der Opiumanbau habe hingegen 10.000 Dollar pro Hektar erbracht. UNODC-Direktorin Monica Juma erklärte, die Vervierfachung des Mohnanbaus zeige, wie schwierig es sei, Rückgänge beim illegalen Anbau aufrechtzuerhalten, wenn arme Bauern keine Alternativen hätten, um ihre Familien zu ernähren.
Die Bauern bräuchten außerdem Infrastruktur, Straßen, Bewässerung und Lagerkapazitäten sowie Zugang zu internationalen Märkten.
Im August hatte der Experte David Mansfield mithilfe von Satellitendaten auch in den Nachbarländern Iran und Pakistan eine Zunahme der Opiumproduktion festgestellt.
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