Wie der SWR in einem Beitrag von Petra Thiele berichtet, ist allerdings noch unklar, wie eine engere Anbindung das Leben und Arbeiten von EU-Bürgern in Kanada erleichtern könnte. Ein Einwanderungs-Abkommen wäre ebenfalls denkbar, ob es möglich ist, bleibt offen.
Im Gespräch sind bereits der Abbau bürokratischer Handelsbarrieren und die gegenseitige Anerkennung von mehr beruflichen Abschlüssen. Kanada möchte sich am EU-Programm Erasmus+ für den Studierendenaustausch beteiligen und plant den Ausbau von Forschungsallianzen.
Zölle zwischen beiden Seiten sind bereits weggefallen. Firmen und Verbraucher profitieren nach Angaben des Berichts schon jetzt auf beiden Seiten des Atlantiks vom bestehenden Freihandelsabkommen CETA.
Die Bilanz von CETA fällt nach Angaben des Berichts dennoch deutlich positiv aus. Kanadische und deutsche Unternehmen sparen jährlich 600 bis 900 Millionen Euro an Zollgebühren. Die Zollspielräume sind laut der EU-Kommission bislang erst zu knapp zwei Dritteln ausgeschöpft. Der Außenhandel mit Kanada könnte daher in den nächsten Jahren deutlich zulegen, was mehr Exporte und stabilere Arbeitsplätze in Europa bedeuten könnte.
Westliche Demokratien sehen die Abhängigkeit als Gefahr.
Es fehlen noch Seltene Erden und Mangan, wovon Kanada jedoch große Reserven hat. Der Abbau und die Verarbeitung von Seltenen Erden erfordern aggressive Säuren und erzeugen hochgiftige und radioaktive Abfälle.
Das Rohstoffunternehmen Rock Tech will Lithiumhydroxid für Batterien in Ontario und in Brandenburg herstellen; es wäre der erste europäische Lithiumkonverter.
Deutschland und Kanada wollen zudem eine gemeinsame U-Boot-Flotte bauen. Hochentwickelte deutsche Trägerraketen des Münchner Start-ups Isar Aerospace sollen demnächst von der Ostküste Kanadas in den Orbit starten.
Für die deutsche Energieversorgung sind Flüssiggas-Lieferungen aus Kanada sowie grüner Wasserstoff eingeplant. Oetker.
Das Wachstumspotenzial ist nach Einschätzung des Berichts vorhanden.
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