Eine genaue Investitionssumme nannte das Unternehmen nicht. Das Unternehmen sprach lediglich von einem hohen dreistelligen Millionenbetrag. Die CDU-Landtagsfraktion dagegen gab an, es gehe um rund eine Milliarde Euro, wie ihr wirtschaftspolitischer Sprecher Andreas Hein mitteilte.
Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) übergab einen Förderbescheid über rund 215 Millionen Euro für den Standort. Weiteres Geld fließt in Halbleiterprojekte in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern.
Bislang stellt Vishay in Itzehoe Scheiben mit 200 Millimetern her. Aus diesen Scheiben aus Silizium, den sogenannten Wafern, entstehen Chips und Halbleiterbauteile. Größere Wafer erlauben es, je Scheibe mehr Chips und Bauteile herzustellen.
Aus den 300-Millimeter-Scheiben sollen Leistungstransistoren entstehen, sogenannte Power-Mosfets, die auf hohe elektrische Ströme und Spannungen ausgelegt sind. Nach Mitteilung des Unternehmens ist die Produktion für die Automobilindustrie sowie für industrielle und kommerzielle Anwendungen vorgesehen, unter anderem für Hochleistungsrechner für künstliche Intelligenz, Telekommunikation und IT-Infrastruktur.
Vishay ist auf diskrete Halbleiterelemente spezialisiert, also eher einfache Halbleiter, sowie auf passive Bauelemente wie Widerstände. Die Mikroelektronik gilt als Schlüsseltechnologie, denn Mikrochips werden unter anderem für Smartphones, Computer und Autos benötigt.
Madsen sagte bei der Übergabe, das Land erhalte Hochtechnologie. Damit gewinne es eine gewisse Souveränität und Chancen für Innovationen. Auf die Unabhängigkeit der Produktion wies der Minister ebenfalls hin. In den vergangenen Jahren habe sich gezeigt, dass Lieferketten unterbrochen würden, etwa wenn ein Schiff quer liege oder es Kriege und Krisen gebe. Umso wichtiger sei es, diese Technologien auch in Europa zu haben.
Kritik kam von der FDP-Landtagsfraktion. Sie begrüßte die Investition, bemängelte jedoch die Informationspolitik der Regierung zu den Fördermitteln.
Daran beteiligt sind außerdem Nexperia, NXP Semiconductors, Semikron Danfoss und X-Fab.
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