Beim Treffen der G20-Außenminister in Atlanta gibt es kein Familienfoto. Die US-Gastgeber haben das traditionelle Gruppenbild gestrichen, nachdem mehrere Teilnehmer Einwände gegen ein gemeinsames Foto mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow erhoben hatten, berichtete WELT.
Es gebe keine Normalität mit Russland, und man dürfe keine falschen optischen Signale aussenden.
Lawrow reagierte mit scharfer Kritik an seinem deutschen Kollegen. Wadephul habe ihn vor einem Monat um ein Treffen in New York gebeten. Nun habe dieser erklärt, Lawrow alles zu sagen, was den Krieg betreffe, und sich niemals fotografieren zu lassen. Lawrow sprach von einer Art Familienfoto-Diplomatie und behauptete, wenn es vor allem darauf ankomme, wie man auf einem Familienfoto aussehe und wer daneben stehe, sage das alles.
Wadephul hatte einen Tag zuvor noch anders geklungen. Damals hatte er signalisiert, einem möglichen Familienfoto mit dem russischen Kollegen nicht fernzubleiben. Es gehöre zu den zentralen Aufgaben von Außenministern, miteinander zu sprechen. Das Entscheidende sei nicht das Foto, sondern das, was man bespreche.
Zur Begründung sagte Wadephul, zwischen Deutschland und Russland gebe es keine Normalität, weil Russland weiterhin die Ukraine angreife und die Sicherheit Europas gefährde. In Atlanta wolle er deutlich machen, dass Russland von diesem völlig sinnlosen Krieg ablassen müsse. Zudem wolle er das Treffen nutzen, um Russland kurzfristig für eine Regelung für das Schwarze Meer zu gewinnen. Nach seinen Worten hungerten dort Menschen, weil Russland den Transport nicht zulasse.
In den Beziehungen zu den USA sieht Lawrow nach eigenen Worten bislang keine Entspannung. In der Praxis seien keine wirklichen Fortschritte zu erkennen, sagte er am Rande des G20-Außenministertreffens, und man solle sich keine Illusionen über den Diesel-Deal machen.
Lawrow kritisierte zugleich die Europäer.
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