Irans Außenminister Abbas Araghchi hat das Bemühen der Vereinigten Staaten, einen Dialog mit Teheran zu eröffnen, als positiven Schritt bewertet. Gleichzeitig gebe es derzeit keine Pläne für Treffen mit US-Vertretern, sagte Araghchi dem Sender Al Jazeera.
Nach seinen Angaben hat Iran einen Brief des US-Vizepräsidenten JD Vance in hochrangigen Sitzungen geprüft. In diesem Zusammenhang habe Teheran auch seine Bedingungen für die Wiedereröffnung der Straße von Hormus dargelegt. Diese würden nach Araghchis Worten den Weg für neue Verhandlungen mit Washington ebnen.
Eine iranische Delegation sei nach Doha gereist, einen Tag nachdem katarische Vermittler in Teheran gewesen seien, sagte Araghchi. Die Vermittler hätten offenbar versucht, die Waffenruhe zwischen den USA und Iran wiederzubeleben. Einer seiner Mitarbeiter halte sich zudem in Katar auf, um die Konsultationen fortzusetzen.
Der Außenminister warnte, sollte Washington mit diesem Brief Zwietracht stiften wollen, wäre dies ein weiterer Fehler zu den bisherigen. Berichte über bevorstehende Treffen spielte er herunter. Was in dieser Richtung kursiere, sei lediglich Medienspekulation. In diesem Stadium sehe Iran keine Notwendigkeit, sich mit den Amerikanern zu treffen. Ob es direkte oder indirekte Gespräche gebe, hänge davon ab, ob Teherans Bedingungen erfüllt würden.
Vermittler hätten Vorschläge zum Atomdossier vorgelegt, sagte Araghchi. Iran prüfe diese derzeit im Rahmen der zweiten Phase. Katarische und pakistanische Vermittler setzten ihre Konsultationen zu den iranischen Bedingungen fort.
Die Gespräche mit den katarischen Vermittlern hätten zudem die Umsetzungsfrist für den iranischen Vorschlag zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus verkürzt. Der katarische Vorschlag sah laut Araghchi zunächst fünf Tage vor. Man habe sich nun auf einen Vorschlag verständigt, der die Frist auf zwei Tage reduziere.
Zu den iranischen Bedingungen gehören nach Araghchis Worten die Aufhebung der Sanktionen, die nach dem Islamabad-Memorandum verhängt wurden, und eine Verringerung der US-Streitkräfte in der Region. Iran verlange außerdem die Wiederherstellung der Öl-Ausnahmegenehmigungen und die Freigabe aller eingefrorenen Gelder, auch jener in Katar. Ferner fordere Iran die Anerkennung von Schifffahrtsrouten durch die Meerenge, die mit Oman besprochen wurden, sowie die Schließung anderer Routen.
Araghchi schloss einen Angriff auf Iran nicht aus. Sein Land sei auf alle Szenarien vorbereitet. Man habe die Bewaffnung verbessert, Schwachstellen behoben und neue Waffen getestet. Die iranischen Streitkräfte befänden sich auf höchster Bereitschaft.
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