Saudi Aramco hat den Erwerb einer Beteiligung von 49 Prozent an dem Unternehmen für künstliche Intelligenz Humain abgeschlossen, wie Arab News berichtete. Die Vereinbarung war im Oktober 2025 erstmals angekündigt worden. Die Transaktion umfasst rund 9,9 Milliarden saudische Riyal (2,6 Milliarden Dollar) an Bareinlagen im Jahr 2026.
Der Public Investment Fund (PIF) hält weiterhin 51 Prozent an Humain. Aramco hält seinen Anteil über eine hundertprozentige Tochtergesellschaft. Zudem bringt der Energiekonzern KI-, Rechen- und digitale Vermögenswerte in das Unternehmen ein, wie es in einer gemeinsamen Erklärung vom 1. November heißt.
Der Abschluss folgt auf eine unverbindliche Absichtserklärung, die PIF und Aramco am 28. Oktober 2025 unterzeichnet hatten. Darin war geplant, ihre KI-Aktivitäten, Fähigkeiten und Talente unter dem Dach von Humain zu bündeln. Der Fonds soll dabei die Mehrheit behalten.
Humain wurde im Mai 2025 gegründet. Das Unternehmen entwickelt nach eigenen Angaben KI-Fähigkeiten in vier Kernbereichen: Rechenzentren der nächsten Generation, Hochleistungsrechner und Cloud-Plattformen, fortgeschrittene KI-Modelle sowie KI-Lösungen für Unternehmen und Behörden. Zu den Modellen gehört ALLaM, ein multimodales großes Sprachmodell für Arabisch. Bis 2030 peilt Humain drei Gigawatt Rechenzentrumskapazität an, um die wachsende Nachfrage nach Rechenleistung in der Region und international zu bedienen und sich als globaler Exporteur von KI-Fähigkeiten zu etablieren.
Aramco will Humains Infrastruktur nutzen, um KI in seinen industriellen Abläufen einzusetzen. Der Konzern und seine verbundenen Unternehmen sollen als Aktionär und strategischer Partner ebenfalls von der KI-Infrastruktur und den Diensten profitieren. Die Partnerschaft ergänze das Kerngeschäft des Energiekonzerns.
Amin Nasser, Präsident und Vorstandschef von Aramco, erklärte, das Unternehmen habe seit 2023 einen Technology Realized Value von 11,3 Milliarden Dollar erzielt, ein erheblicher Teil davon stamme aus KI-Lösungen. Die Partnerschaft mit dem PIF stärke die Position Aramcos als globaler Technologieführer und KI-Schwergewicht und lege die Grundlage für die Lokalisierung der KI-Branche. Yazeed Al-Humied, stellvertretender Gouverneur des PIF und Leiter der Investitionen in Nahost und Nordafrika, sagte, die Zusammenführung der Portfolios unter Humain schaffe Synergien bei Talententwicklung, technologischem Fortschritt und der Schaffung geistigen Eigentums. Die Transaktion stärke zudem die Rolle von KI als Enabler in den sechs wirtschaftlichen Ökosystemen des PIF, erweitere die Beteiligung des Privatsektors und fördere die Entwicklung von Spitzentechnologien in Saudi-Arabien.
Humain und DataVolt hatten am 21. Oktober eine vorläufige Rahmenvereinbarung mit dem KI-Cloud-Unternehmen Nebius über Rechenzentrumskapazität auf ihrem geplanten Campus im Oxagon von Neom bekanntgegeben. Demnach würde Nebius bis zu 50 Megawatt übernehmen, die Hälfte der zunächst 100 Megawatt, die derzeit im Bau sind. Diese liegen innerhalb der ersten Phase mit geplanten 360 Megawatt. Die Zuteilung soll ab dem vierten Quartal 2027 schrittweise betriebsbereit werden, wie es in der Ankündigung heißt.
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