In Zürich und Basel sind unbewilligte Kundgebungen in der Nacht auf Sonntag eskaliert. Wie die Luzerner Zeitung berichtet, errichteten Teilnehmer Strassenbarrikaden, zündeten sie an und bewarfen die Polizei mit Pyrotechnik, Flaschen und Steinen.
Zum Protest aufgerufen hatten nach Angaben der Zeitung linksextreme Gruppierungen. Die Mobilisierung erfolgte auf mehreren Kanälen und lehnte sich an die Jugendproteste in Frankreich an. In einem Instagram-Post hiess es, sollten die Beteiligten brennen, brenne die bestehende Ordnung mit ihnen.
Dort wurden Feuerwerkskörper und Böller gezündet. Danach setzte sich die Menge in Bewegung. Container, E-Bikes und Trottinetts wurden zu Barrikaden aufgetürmt und angezündet, ausserdem brannte ein Auto. Scheiben an einer Tramstation und an Geschäften wurden besprayt und zerstört.
Die Polizei setzte nach eigenen Angaben Wasserwerfer, Reizgas und Gummischrot ein. Die Beamten wurden mit Pyrotechnik, Flaschen und Steinen beworfen. Die Polizei erklärte, die Einsätze seien durch zahlreiche Gaffer erschwert worden. Ein Streifenwagen, der einem Jugendlichen mit einer Beinverletzung nach einem Unfall helfen sollte, wurde angegriffen. Die Beamten mussten sich zurückziehen, dem jungen Mann konnte erst verzögert geholfen werden.
Gegen 1.30 Uhr beruhigte sich die Lage in Zürich. Die Stadtpolizei teilte mit, Ermittlungen seien aufgenommen worden. Eine Angabe zur Höhe des Sachschadens lag noch nicht vor.
In Zürich nahmen Fahnder zwei junge Schweizer im Alter von 19 und 21 Jahren fest. Sie sollen auf einer Baustelle mutmasslich Wurfgegenstände gesammelt haben, um diese später gegen die Polizei einzusetzen. Bei ihnen wurden laut Mitteilung Waffen und Vermummungsmaterial gefunden. Ausserdem sprach die Polizei 18 Wegweisungen aus.
Dann wurden Strassen blockiert, Barrikaden errichtet und angezündet. Nach einem Einsatz der Kantonspolizei flüchteten die Teilnehmenden laut Mitteilung der Basler Polizei in den St. Johanns-Park. Die Feuerwehr löschte die Brände. Nach Mitternacht kehrte auch in Basel die Normalität zurück. Dort wurden keine Verhaftungen gemeldet.
Die SP kritisierte die Krawalle aufs Schärfste. Oliver Heimgartner, Präsident der SP Stadt Zürich, erklärte, den Beteiligten sei es offensichtlich nur um Sachbeschädigung und Konfrontation gegangen. Für solches Verhalten gebe es in der Stadt keinen Platz.
In der nationalrätlichen Sicherheitskommission wird am Montag erneut über ein Verbot der Antifa-Bewegung diskutiert.
Präsident Emmanuel Macron gerate unter Druck, während Marine Le Pen versuche, politisch vom Chaos zu profitieren. Die Zeitung fragt, ob die Revolte von Frankreich über die Grenze schwappt.
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