Die Bundesregierung hat sich mit den Eigentümerfamilien der Wegmann-Holding auf einen Einstieg bei dem deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS geeinigt, wie n-tv berichtet. Für einen Milliardenbetrag soll der Bund die Hälfte der Anteile erwerben.
Das geht aus einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums an den Haushaltsausschuss hervor, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Die gesunkenen Bewertungen für Rüstungsunternehmen machen das Geschäft nach dieser Darstellung günstiger.
Das Bundeswirtschaftsministerium wollte die Einigung noch nicht bestätigen. KNDS und die Familien äußerten sich nicht.
Das Finanzministerium begründete den Schritt in einer Mitteilung mit dem Schutz einer verteidigungsindustriellen Schlüsseltechnologie im gepanzerten Fahrzeugbau. Die Bundesregierung wolle verhindern, dass Dritte über die KNDS Deutschland dominierenden Einfluss gewinnen und dadurch Schlüsseltechnologien verloren gehen.
Die Eigentümerfamilien waren damals nicht bereit, ihre Anteile zu diesen Bedingungen abzugeben, und hatten zeitweise einen Verkauf an Konkurrenten oder einen Finanzinvestor erwogen.
Dietmar Bartsch, Haushaltsexperte der Linken, kritisierte das Vorhaben. Dass der Bund Rüstungsgüter nicht mehr am Markt kaufe, sondern faktisch bei sich selbst, werfe rechtliche Fragen auf, sagte er.
An den Börsenplänen hält die Bundesregierung trotz des Einstiegs fest, ebenso KNDS, das auf eine schnelle Umsetzung drängt. Bei geeigneten Marktbedingungen soll dann erneut ein Börsengang angestrebt werden, um die Staatsbeteiligungen zu reduzieren.
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