Die Streitkräfte Jemens werfen den vom Iran unterstützten Houthis vor, einen belebten Markt in der südwestlichen Provinz Taiz angegriffen zu haben. Bei dem Angriff seien mindestens 30 Zivilisten getötet und acht weitere verletzt worden, wie Arab News berichtet.
Militärsprecher Majed Al-Nuzaili erklärte, die Houthis hätten eine ballistische Rakete auf den Al-Hadara-Markt im Distrikt Waziyah abgefeuert. Er bezeichnete den Angriff als Kriegsverbrechen und forderte, dass die Verantwortlichen für Planung und Durchführung zur Rechenschaft gezogen werden.
Die Tat zeige deutlich, dass die Miliz Zivilisten ins Visier nehme, wenn sie auf dem Schlachtfeld Niederlagen erleide oder ihre Raketenstarts scheiterten, sagte Al-Nuzaili. Die internationale Gemeinschaft rief er auf, entschiedener gegen die Houthis vorzugehen, indem sie deren Finanzierung und Waffenlieferungen unterbinde und Angriffe auf Zivilisten ahnde. Der Angriff werde den Entschluss der Armee stärken, ihre Operation Dawn of Yemen fortzusetzen. Diese richte sich gegen die Houthis und solle Zivilisten, die regionale Sicherheit und internationale Schifffahrtswege schützen.
Auch die Lokalbehörden in Taiz machten die Houthis für den Angriff verantwortlich. Sie erklärten, am Tag des Angriffs habe kein Militärflugzeug Luftschläge in Waziyah geflogen. Zudem forderten sie eine unabhängige Untersuchung der Beweise vom Ort des Geschehens.
Der Angriff fällt in eine Phase verschärfter Kämpfe zwischen den Houthis und Kräften, die der international anerkannten Regierung Jemens treu ergeben sind, besonders in Taiz. Die erneuten Feindseligkeiten haben die ohnehin schwere humanitäre Krise dort verschlimmert. Die Houthis haben ihre Belagerung der Stadt Taiz verschärft, wichtige Versorgungswege abgeschnitten und die Lieferungen von Lebensmitteln, Treibstoff, Wasser und medizinischen Gütern stark beeinträchtigt.
Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen hatte im vergangenen Monat gewarnt, dass die eskalierenden Kämpfe mehr als 800.000 Menschen von Nahrungsmittelhilfe abgeschnitten hätten. Knappheit an Treibstoff und medizinischem Material bedrohe Krankenhäuser und andere lebenswichtige Dienste. Die Vereinten Nationen warnten zudem, das Gesundheitssystem der Stadt stehe kurz vor dem Kollaps. Wegen fehlenden Sauerstoffs und Treibstoffs seien Hunderte Patienten in Gefahr.
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