Energieökonomen sehen die Versorgungssicherheit in Nordrhein-Westfalen gefährdet, falls der Braunkohleausstieg wie vereinbart schon 2030 erfolgt. Nach der ersten Ausschreibung für Gaskraftwerke wächst im Rheinischen Revier die Sorge um die Energieversorgung.
Der Energieökonom Manuel Frondel vom RWI – Leibniz-Institut in Essen hält den Ausstieg nach eigener Aussage nicht für funktionierbar, wenn man Versorgungsprobleme und weiter steigende Strompreise vermeiden wolle. Im Gespräch mit WDR und dem Kölner Stadt-Anzeiger sagte er, dass ein sinkendes Kraftwerksangebot automatisch auch das Stromangebot verringere und die Preise dadurch weiter stiegen. Dieses Risiko dürfe man nicht eingehen. Niemand wolle Stromknappheit und stark steigende Strompreise riskieren.
Nach den Ausschreibungen für die Reserve-Gaskraftwerke müsse die Versorgungslage genau betrachtet werden, insbesondere für die Winter 2031 und 2032.
Löschel rät der schwarz-grünen Landesregierung, ihr Vorgehen zu überdenken. Wichtig sei, zu prüfen, wie die Zeitpläne zusammenpassen und welche Anpassungen beim Kohleausstieg tatsächlich nötig werden, sagte er.
Erst danach will Bundeswirtschaftsministerin Reiche überprüfen, welche Folgen das für die Stilllegung von Kohlekraftwerken hat. Das wäre nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen.
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