Nach dem Stromausfall an der Westküste Schleswig-Holsteins am vorletzten Wochenende ist die Ursache offenbar gefunden. Wie der NDR berichtet, erklärten SH Netz und HanseWerk im Landtag, eine falsche Verbindungsklemme im Hochspannungsnetz habe die Kettenreaktion ausgelöst. Der Normalzustand ist noch nicht wiederhergestellt, große Schäden bleiben bestehen.
Laut dem technischen Vorstand von HanseWerk, Benjamin Merkt, passte die Klemme nicht zum Leitungsdurchmesser. Merkt verglich den Vorgang mit einer falschen Kombination von Dübel und Schraube.
Dabei habe das Netz eine so ungünstige Form angenommen, dass es zu einer Überspannung gekommen sei. Weitere Fragen zur Ursache beantwortete das Unternehmen aus Sicherheitsgründen nicht.
Christopher Vogt von der FDP fasste die Ursache als Baufehler und menschliches Versagen zusammen. Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) widersprach: Das Stromnetz hänge nicht an einer Klemme. Vielmehr habe eine Verkettung unglücklicher Umstände zu dem Ausfall geführt.
Wer haftet, diskutierte im Umwelt- und Agrarausschuss niemand. Verantwortlich ist SH Netz, über das Unternehmen läuft auch die Schadensregulierung.
Einen verlässlichen Zeitplan für die vollständige Abwicklung könne das Unternehmen bislang nicht nennen. Jeder Schaden müsse einzeln technisch und rechtlich beurteilt werden, so Merkt.
Bei Wärmepumpen, die vielfach durch die Überspannung beschädigt wurden, könne es zudem Probleme geben. Teils würden nur die beschädigten Platinen ausgetauscht, damit entfalle der Garantieanspruch auf das Gesamtgerät.
Andreas Hein (CDU) sprach Folgeschäden an, die durch den Ausfall von Melkmaschinen entstanden seien.
Die letzte derartige Klemme sei inzwischen ausgetauscht worden.
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