Bundesrat Martin Pfister hat die Verfehlungen bei der Ruag am Freitag an einer Medienkonferenz scharf verurteilt. Nach Angaben von 20 Minuten soll ein ehemaliger Ruag-Chef den Bund mit illegalen Panzerdeals um Millionen Franken betrogen haben.
Der Ruag-Verwaltungsrat hatte im August 2023 eine umfassende forensische Untersuchung in Auftrag gegeben. Die wesentlichen Punkte hatte die Eidgenössische Finanzkontrolle bereits im Februar 2025 öffentlich gemacht, damals gestützt auf die noch laufende Untersuchung. Das Unternehmen will die Ergebnisse der Untersuchung separat kommunizieren.
Um volle Transparenz zu schaffen und die Verantwortlichkeiten zu klären, hat Pfister erste Massnahmen eingeleitet. Der Bund hält 100 Prozent der Ruag.
Die Untersuchung zeigt nach Angaben des Departements, dass das Risiko besteht, dass Teile nicht zugelassener Hersteller in Lagern, Werkstätten oder Leopard-2-Panzern der Ruag gelandet sind.
Zwei weitere Berichte der Finanzkontrolle zeigen laut 20 Minuten, wie eine mangelhafte Führung und eine schlechte Lagerverwaltung die mutmasslichen Straftaten erleichterten. Dem Vernehmen nach nahm die Ruag fast 2500 Korrekturen am Inventar vor, 1140 davon als angebliche Verschrottungen, ohne Bewilligung der Armee. Pfister sagte, das VBS lasse die verwaltungsinternen Verantwortlichkeiten abklären.
Pfister äusserte sich auch zum Patriot-System: Die Kosten und Lieferzeiten seien weiterhin unklar, ebenso, wann die Schweiz Munition erhalten werde. Die Schweiz wird 2027 die erste Komponente des Systems erhalten. Vor einem Schweizer Gericht ist zudem eine Zivilklage der Ruag auf Schadenersatz hängig. Es gilt die Unschuldsvermutung.
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