Volkswagen legt die Arbeiten am Elektromodell ID.Golf vorerst auf Eis. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, sollen die Entwicklungsvorleistungen für den Kompaktwagen ausgesetzt werden. Grundlage ist ein Interview, das VW-Markenchef Thomas Schäfer im Intranet veröffentlicht hat und das Reuters vorliegt.
Schäfer ließ wissen, der Konzern könne sich diese Arbeiten derzeit schlichtweg nicht leisten. Das Ziel sei, sie so bald wie möglich wieder aufzunehmen. Dafür seien weitere Kostensenkungen nötig, sagte der Markenchef.
Die Werke in Emden und Zwickau lägen bei der Senkung ihrer Fabrikkosten auf Kurs, erklärte Schäfer. Das Stammwerk in Wolfsburg erreiche seine Ziele dagegen derzeit nicht. Dort fehlten im laufenden Jahr rund 300 Millionen Euro.
Die Lage sei ernst, sagte Schäfer. Das Sparprogramm gleiche einem Marathon. Ein kleiner Sprint würde dem Unternehmen gerade jetzt jedoch helfen, fügte er hinzu.
Als erstes Fahrzeug auf dieser Basis ist laut den Angaben der elektrische T-Roc vorgesehen.
Auf Anfrage erklärte der Betriebsrat von Volkswagen, die Pause bedeute nicht, dass sich der Marktstart des ID.Golf tatsächlich verschiebe. Zeitverzug lasse sich wieder aufholen. Der Stopp der Ausgaben für die Vorleistungen sei jedoch ein weiteres Signal dafür, wie angespannt die Finanzlage des Konzerns sei.
Es ist der ersten Quartalsverlust seit dem Corona-Jahr 2020. Laut Schäfer spielt dabei unter anderem die wachsende Nachfrage nach Elektroautos eine Rolle, denn mit diesen Modellen verdiene der Konzern weniger als mit vergleichbaren Verbrennern. Hinzu komme der Preisdruck, vor allem durch chinesische Hersteller, die besonders bei Hybriden mit aggressiven Preisen auf den europäischen Markt drängen.
In den ersten neun Monaten belasteten darüber hinaus Restrukturierungskosten das Ergebnis.
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