Die Öl- und Gasbeteiligungen von US-Präsident Donald Trump sind während des acht Monate währenden Kriegs mit dem Iran deutlich im Wert gestiegen. Das berichtete die Jerusalem Post zu Wochenbeginn unter Berufung auf CBS News. Demokraten sehen darin mögliche Interessenkonflikte, während US-Familien höhere Spritpreise zahlen müssen.
Laut einem Bericht der Demokraten im gemeinsamen Wirtschaftsausschuss des Kongresses, den CBS eingesehen hat, stieg der Wert von Trumps Energiebeteiligungen seit Ende 2025 im Durchschnitt um 43 Prozent. Die Angabe stützt sich auf Daten von LSEG Data Analytics. Die Demokraten schätzen zudem, dass US-Familien seit Kriegsbeginn im Schnitt 856 Dollar mehr für Benzin ausgegeben haben.
Der geschätzte Wert seiner Beteiligungen stieg demnach von einer Spanne zwischen 12,6 Millionen und 46 Millionen Dollar Ende 2025 auf eine Spanne zwischen 22,5 Millionen und 81,6 Millionen Dollar. Grundlage sind Trumps Finanzoffenlegungen gegenüber dem Office of Government Ethics. Diese Behörde verlangt, dass Anlagen und Transaktionen in Wertspannen statt in exakten Beträgen angegeben werden.
Zwischen März und Ende August, dem jüngsten von den Offenlegungen erfassten Zeitraum, kauften Trumps Anlagekonten laut den Ausschussmitgliedern Öl- und Gasaktien für zwischen 4,7 Millionen und 17,5 Millionen Dollar. Verkauft wurden Papiere im Wert von zwischen 2 Millionen und 5,4 Millionen Dollar. Die größten Positionen halten Chevron und ExxonMobil, mit einem Wert von bis zu 23,1 Millionen beziehungsweise 18,4 Millionen Dollar. Die Aktien der beiden Konzerne sind seit dem 20. Februar um fast 25 Prozent beziehungsweise 22 Prozent gestiegen.
CBS berichtete außerdem, Trumps Anlagekonten hätten am 7. April ExxonMobil-Aktien für zwischen 500.000 und 1 Million Dollar verkauft. An diesem Tag verkündete Trump eine Waffenruhe mit dem Iran. Am folgenden Tag fielen die ExxonMobil-Aktien zu Handelsbeginn um mehr als 6 Prozent. Forbes schätzte Trumps Gesamtvermögen im September auf etwa 7 Milliarden Dollar. Nach Angaben von CBS machen die Energieinvestments davon nur einen vergleichsweise kleinen Teil aus.
Die Energiewerte profitieren vom Konflikt. Der Energiesektor im S&P 500 legte in diesem Jahr um mehr als 50 Prozent zu, der breitere Index um etwa 11 Prozent. Seit Februar stiegen die Benzinpreise in den USA von 2,87 auf 4,29 Dollar pro Gallone, Diesel von 3,68 auf 6,28 Dollar. Brent-Rohöl kostete zuvor weniger als 75 Dollar je Barrel, inzwischen sind es mehr als 115 Dollar.
Das Weiße Haus weist den Vorwurf von Interessenkonflikten zurück. Sprecher Davis Ingle sagte CBS, Trumps Finanzportfolio werde von unabhängigen Finanzinstituten über automatisierte Anlagemodelle verwaltet, die etablierten Aktienindizes folgten. Weder der Präsident noch ein Familienmitglied könne Einfluss darauf nehmen, wie das Portfolio angelegt werde oder wann Papiere gekauft und verkauft würden. Alle Entscheidungen träfen allein unabhängige Manager, es gebe keine Interessenkonflikte. Ingle erklärte weiter, Trump handle allein im besten Interesse der amerikanischen Öffentlichkeit, weshalb ihn diese trotz jahrelanger Lügen und falscher Anschuldigungen gegen ihn und seine Unternehmen wiedergewählt habe.
Trump stellt den Konflikt je nach Anlass unterschiedlich dar. Am Samstag im Bundesstaat Georgia behauptete er, amerikanische Öl- und Gasunternehmen verdienten an dem Krieg hunderte Milliarden Dollar, und sagte voraus, die Spritpreise würden nach Kriegsende stark fallen. In der Vorwoche hatte er dem Iran vorgeworfen, die Ölpreise vor den US-Zwischenwahlen am 3. November absichtlich in die Höhe zu treiben. In einem Beitrag auf Truth Social behauptete er, Teheran erfinde Berichte über Angriffe und Minen, um die Energiemärkte zu beeinflussen.
Senatorin Maggie Hassan aus New Hampshire, die ranghöchste Demokratin im Wirtschaftsausschuss, erklärte, Trumps Krieg zwinge Amerikaner, an der Zapfsäule weit mehr zu zahlen, während Ölkonzerne Gewinne einstrichen und das Aktienvermögen des Präsidenten in der Öl- und Gasbranche weiter wachse. Als höchstrangiger Staatsbediensteter besitze und handle Trump weiterhin Aktien von Unternehmen, die von seinen Entscheidungen profitieren könnten. Das werfe gravierende Interessenkonflikte auf.
Trump hat erklärt, ein Ende des Krieges werde einen Einbruch der Spritpreise bringen, ohne dafür einen Weg zu nennen. Er schließe nicht aus, nach den Zwischenwahlen erneut Angriffe auf den Iran zu fliegen. UN-Botschafter Mike Waltz sagte der Financial Times, der Konflikt könne noch ein weiteres Jahr andauern. Er hoffe jedoch, dass die iranische Führung vorher an den Verhandlungstisch komme.
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