Die kremlkritische Zeitung „Nowaja Gaseta“ wird ihre Arbeit einstellen. Die russischen Behörden und Geheimdienste hätten die Redaktion dazu gezwungen. Am 9. November werde die Redaktion das Licht ausmachen, die Server herunterfahren und gehen. Danach gebe es die Zeitung nicht mehr. Eine Erklärung auf der Website der Zeitung trägt den Titel, man sei getötet worden.
Die Zeitung wurde von Friedensnobelpreisträger Dmitri Muratow gegründet und existierte mehr als 30 Jahre lang. Im Internet veröffentlichte sie jedoch weiterhin Inhalte.
Chefredakteur Sokolow sei im Oktober verhört worden. Die Behörden hätten seine Wohnung im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen den Kollegen Oleg R. durchsucht. Oleg R., der für Korruptionsrecherchen über höchste russische Kreise bekannt ist, war im April festgenommen worden und steht mittlerweile unter Hausarrest. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Ria habe er auf nicht schuldig plädiert.
Zuvor war bereits der Gründer Dmitri Muratow als „Auslandsagent“ eingestuft worden, der 2021 mit dem Friedensnobelpreis geehrt worden war. Betroffenen sind unter anderem Mieteinnahmen oder Depotzinsen bei einem Sparkonto verwehrt, ebenso Tantiemen oder sonstige Einkünfte aus intellektueller Tätigkeit.
Es gilt die Unschuldsvermutung.
Kommentare (0)