Der ukrainische Geheimdienst SBU wirft Julia Mendel vor, Landesverrat begangen zu haben. Die erste Pressesprecherin Selenskyjs, die heute als Kritikerin des Präsidenten auftritt, steht nach einer Meldung von WELT unter Verdacht. Der SBU, der dem Präsidenten unterstellt ist, teilte mit, Mendel betreibe Informationsarbeit und Sabotage gegen das eigene Land.
Solche Aussagen seien von der russischen Propaganda aufgegriffen worden.
Mendel habe außerdem die Verbote im heutigen Land mit jenen in der Sowjetunion verglichen. Mit diesen Äußerungen solle international der Eindruck entstehen, die Ukraine verdiene keine weitere Unterstützung und ihre Führung stelle ein Hindernis für den Frieden dar, wie es hieß.
Mendel wies den Vorwurf umgehend zurück. Sie handle nicht im Interesse Russlands. Den Verdacht habe ihrer Ansicht nach ihre öffentlichen Äußerungen in westlichen Medien ausgelöst, ebenso ihre Beiträge in sozialen Netzwerken, vor allem jene zur Aufdeckung von Korruption im Umfeld Selenskyjs, zur fehlenden Meinungsfreiheit und zu politischen Verfolgungen.
Es gehe um eine Einschränkung der Meinungsfreiheit. Nach dem geltenden Kriegsrecht drohe ihr, die im Ausland lebt, in ihrem Heimatland eine Verurteilung zu lebenslanger Haft. Zum Abschluss ihres Beitrags schrieb sie, dies sei der Preis für freie Meinungsäußerung und für den Einsatz zur Rettung der Ukraine in der Zeit Selenskyjs.
Bereits im September hatte Selenskyj Mendel mit Sanktionen belegt, ähnlich wie seinen ersten Bürochef Andrij Bohdan.
Von 2019 bis 2021 war sie Selenskyjs Sprecherin.
Er verbot unter anderem mehrere als „prorussisch“ bezeichnete Fernsehsender.
Es gilt die Unschuldsvermutung.
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