Eine Mehrheit der Deutschen lehnt die geplanten Landesregierungen in Berlin und Sachsen-Anhalt ab. Das ergibt der Deutschlandtrend, den Infratest Dimap für die ARD-„Tagesthemen“ und WELT erhoben hat.
Für eine Rot-Grün-Rot-Regierung in Berlin bewerten 62 Prozent der Befragten die Lage für die Bundeshauptstadt als „schlecht“ oder „weniger gut“. Nur 28 Prozent halten das Bündnis für „sehr gut“ oder „gut“. Unter den Anhängern der Linken befürworten 88 Prozent das Modell. Bei den Grünen-Anhängern sind es 61 Prozent, bei der SPD 40 Prozent. Unter Unterstützern von Union und AfD liegt die Zustimmung bei zehn beziehungsweise fünf Prozent.
Am schlechtesten schneidet es bei den 50- bis 64-Jährigen ab, dort lehnen 71 Prozent es ab. In allen Altersgruppen überwiegt die Ablehnung deutlich. Zwischen West- und Ostdeutschland gibt es nur geringe Unterschiede: 63 Prozent der Westdeutschen und 60 Prozent der Ostdeutschen lehnen ein Berliner Linksbündnis ab.
65 Prozent bewerten sie als „schlecht“ oder „weniger gut“ für das Land, 29 Prozent sehen das anders. Unter den AfD-Unterstützern sprechen sich 93 Prozent für eine Regierung Siegmund aus. Bei den 50- bis 64-Jährigen findet sie mit 34 Prozent Zustimmung noch den meisten Zuspruch, bei den Menschen ab 65 Jahren mit 23 Prozent den wenigsten. Im West-Ost-Vergleich zeigen sich hier größere Unterschiede: 68 Prozent der westdeutschen und 55 Prozent der ostdeutschen Befragten lehnen die Regierung ab.
In mehreren deutschen Städten kam es jedoch zu gewalttätigen Ausschreitungen.
Den Anliegen junger Menschen stehen die Deutschen laut Umfrage grundsätzlich offen gegenüber. 73 Prozent äußern Verständnis für die Demonstrationen, 22 Prozent tun das nicht. Am stärksten ist die Akzeptanz unter Anhängern der Linken mit 97 Prozent, am geringsten unter AfD-Anhängern mit 60 Prozent. 89 Prozent halten angemeldete Demonstrationen junger Menschen für gerechtfertigt. Dagegen finden jeweils Mehrheiten es nicht gerechtfertigt, Straßen und Verkehr zeitweise zu blockieren (65 Prozent) oder Einrichtungen wie Schulen, Universitäten oder Ämter vorübergehend zu besetzen (66 Prozent). Gewalt als politisches Mittel lehnen 95 Prozent ab.
58 Prozent meinen, die junge Generation habe es schwerer als frühere Generationen, eigenen Wohlstand aufzubauen. Dennoch sagen 54 Prozent, dass es in diesem Land jeder durch Fleiß und Leistung zu Wohlstand bringen könne. 45 Prozent sehen das anders.
Bei den Kompetenzen für die Belange junger Menschen fällt das Urteil über die Parteien ebenfalls kritisch aus. Der Union trauen neun Prozent das zu, der SPD sieben Prozent. Insgesamt ist das Vertrauen in die Kompetenz der Parteien sehr gering, ob in der Bildungspolitik, beim Bau bezahlbaren Wohnraums oder bei der Herstellung sozialer Gerechtigkeit. Den besten Wert erzielen die Grünen mit 40 Prozent in der Umwelt- und Klimapolitik.
Auch die Zufriedenheit mit der Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) bewegt sich auf niedrigem Niveau. Merz selbst kommt auf zwölf Prozent Zufriedenheit, 85 Prozent sind unzufrieden. Schlechter bewertet wird nur Linke-Chefin Ines Schwerdtner mit neun Prozent. Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) erreicht 20 Prozent, AfD-Chefin Alice Weidel 25 Prozent. Grünen-Chef Felix Banaszak liegt im Ranking gleichauf mit Merz. Die AfD liegt mit 27 Prozent vorn, die Union kommt auf 20 Prozent, die SPD auf 13 Prozent. Die Grünen erreichen 16 Prozent, die Linke elf Prozent.
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