Meinl-Reisinger sagte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in der kanadischen Hauptstadt, die Partner verbänden sich freiwillig, weil das Bündnis die Volkswirtschaften beider Seiten stärken werde.
Meinl-Reisinger erklärte, das Bündnis komme allen zugute, weil man mit vertrauenswürdigen Partnern die eigene Lebensweise, die Freiheit, die Sicherheit und den Wohlstand stärke und schütze. Sie beobachte eine Welt, in der die Macht des Stärkeren die Geltung von Regeln zu überlagern scheine. Deshalb sollten Länder mit gleichen Werten enger zusammenarbeiten. Ein Grund dafür sei, dass man verhindern wolle, dass andere über das Schicksal der Staaten bestimmen; stattdessen sollten souveräne Entscheidungen den Ausschlag geben.
Arand hob hervor, Österreich sei ein äußerst wichtiger Partner, wenn es um gemeinsamen Wohlstand, Sicherheit und die Stärkung des Multilateralismus gehe. Beide Länder bekannten sich zur Verteidigung der regelbasierten internationalen Ordnung. Sie stellte dabei Recht gegen Willkür, Vertrauen gegen Abhängigkeit und Zusammenarbeit gegen Konfrontation.
Für Österreich bringe eine engere Kooperation viele Vorteile, so Meinl-Reisinger. Studierende und Forschende bekämen mehr Möglichkeiten, Unternehmen mehr Chancen und Investments, und auf beiden Seiten entstünden mehr Wohlstand und Jobs. Vor allem aber stärke die Partnerschaft Freiheit, Sicherheit und die Art zu leben in beiden Ländern.
Als Hintergrund werden harte Zollmaßnahmen, geopolitische Provokationen und Einmischungen in die wirtschaftliche Eigenständigkeit durch US-Präsident Donald Trump genannt. Nach dem Erfolg der Demokraten bei den Midterms in den USA sei in Kanada laut Medienberichten vorsichtiger Optimismus aufgekommen, dass sich die Dynamik in der US-Handelspolitik einschleifen könnte. Beobachter hatten das Ergebnis auch als Denkzettel für Trump gedeutet. Arand und Meinl-Reisinger betonten jedoch, dass das Wahlergebnis das angestrebte Verhältnis nicht beeinflussen werde.
Arand kündigte an, Kanada setze den eingeschlagenen Weg fort. Kanada habe dafür seinen eigenen Plan.
Premierminister Mark Carney hatte bereits zuvor erklärt, Kanada werde seine Souveränität unabhängig vom Wahlergebnis in den USA weiter stärken. Der Haushaltsplan solle das Land unabhängiger machen, die eigene Wirtschaft ankurbeln und die Abhängigkeit von den USA verringern, sagte Carney. Medienberichten zufolge fließt ein Großteil der neuen Ausgaben in dauerhafte Steuervergünstigungen, mit denen Unternehmen Projektkosten im Voraus als Aufwendungen geltend machen können.
Meinl-Reisinger ist die erste Chefdiplomatin, die nach dem Kanada-EU-Gipfel Ottawa besucht. Der Gipfel war vergangene Woche in Montréal abgehalten worden.
Bei den politischen Gesprächen in Ottawa ging es um Felder einer vertieften Wirtschafts- und Sicherheitskooperation sowie um Möglichkeiten multilateraler Zusammenarbeit. Kanada wolle bei der Vorbereitung auf diese Amtszeit eng mit Österreich zusammenarbeiten.
Meinl-Reisinger nahm in Ottawa vor Ort das Wasserkraftwerk Chaudière Falls der Firma Andritz in Augenschein, das 20.000 Haushalte mit Strom versorgt.
Wirtschaftlich ist Kanada ein stabiler Partner. Österreichische Exporte nach Kanada machten knapp 1,7 Milliarden Euro aus, Importe aus Kanada knapp 670 Millionen Euro. Schwerpunkte sind der Maschinen- und Kraftfahrzeugbau sowie erneuerbare Energien, außerdem Holz-, Forst- und Metallprodukte.
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