Bei einem Anschlag auf dem Marktplatz von Krakau ist eine Niederösterreicherin ums Leben gekommen, ihr Ehemann wurde verletzt. Das berichteten die Salzburger Nachrichten unter Berufung auf Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), die es am Sonntagnachmittag der APA mitteilte. Mikl-Leitner sprach von einer abscheulichen Tat, die Niederösterreich besonders nahegehe. Sie wünschte den Verletzten eine rasche und vollständige Genesung und betonte, Terror und Gewalt dürften in der Gesellschaft keinen Platz haben.
Bei dem Anschlag starben insgesamt sechs Menschen. Vier der Toten stammten aus Polen, eines aus Großbritannien, eine Frau war Ausländerin. Fünf Verletzte stammen aus Deutschland, Großbritannien, Portugal, Österreich und Russland. Auch mehrere Droschkenkutscher wurden schwer verletzt. Dorota Litwicka, Vorsitzende des Vereins Krakauer Kutscher, teilte mit, zwei Kollegen kämpften um ihr Leben.
Der Marktplatz ist die Hauptplatz der zweitgrößten Stadt Polens und zieht Touristen aus aller Welt an. Laut dem polnischen Innenminister Marcin Kierwinski wurde der Täter angeschossen und festgenommen. Nach ersten Erkenntnissen soll er sehr radikale Ansichten vertreten haben. Die Behörden stuften die Tat als mutmaßlich rechtsextrem motiviert ein.
Sie stufte die Schüsse als terroristische Straftat ein. Dort wurden Vater, Mutter und Schwester des mutmaßlichen Todesschützen im Wohnhaus der Familie tot mit Schussverletzungen aufgefunden.
In Polen begann eine zweitägige Staatstrauer. Ministerpräsident Donald Tusk sprach von Terrorismus und sagte, in Polen habe es bisher keinen so drastischen Fall gegeben. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) zeigte sich auf X tief schockiert, sprach von einem brutalen Terroranschlag und stellte sich an die Seite des polnischen Volkes. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) informierte über das Schicksal des österreichischen Ehepaars. Ein Sprecher wollte sich zum Gesundheitszustand des verletzten Österreichers vorerst nicht äußern.
Der Erzbischof von Krakau, Grzegorz Rys, rief die Menschen zum Zusammenhalt auf. Gewalt, Aggression und Hass hätten die Stadt auf eine Weise getroffen, die alle Grenzen überschreite, sagte der 62-Jährige. Rys rief die Gläubigen auf, ihren Widerstand gegen Hass und Gewalt auf christliche Weise zu bekunden.
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