Nach seiner Ausreise in die Vereinigten Staaten sieht sich Flávio Bolsonaro, der bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien unterlegen war, Kritik aus den eigenen Reihen gegenüber. Wie die Salzburger Nachrichten berichten, distanzierte sich der Vorsitzende der rechten Partei PL, Valdemar Costa Neto, von dem Schreiben, das Bolsonaro nach seiner Niederlage veröffentlicht hatte. Niemand in der Partei habe diesen Brief gebilligt, sagte Costa Neto. Man wolle das Land voranbringen.
Auch der Vater, Jair Bolsonaro, ein verurteilter ehemaliger Präsident, soll von der Abreise seines Sohnes nichts gewusst haben, so Costa Neto.
In seinem offenen Brief bezeichnete Flávio Bolsonaro die Wahl als abscheulichen Wahlbetrug. Später änderte er die Bezeichnung in „Anführer“ Brasiliens, an seinen Vorwürfen hielt er jedoch fest. Belege dafür legte er nicht vor. Die Wahlbehörde bestätigte den Sieg von Luiz Inácio Lula da Silva mit 51,8 Prozent der Stimmen. Auf Bolsonaro entfielen 48,2 Prozent.
Auch frühere Weggefährten widersprechen. Rogério Marinho, einst Wahlkampfkoordinator Bolsonaros, wies die Betrugsvorwürfe zurück. Die PL könne diese Behauptung nicht aufstellen, und er selbst könne es ebenfalls nicht, sagte Marinho, denn es gebe keine Beweise dafür.
Er könne Flávios Gefühle nachvollziehen, dessen Empörung und Entrüstung, und viele Brasilianer teilten diese Gefühle. Man müsse das Ergebnis aber anerkennen und den Blick nach vorn richten.
InstaNews hatte am 27. Oktober darüber berichtet, dass Flávio Bolsonaro nach der Stichwahl in die USA geflogen sein soll. Die Ausreise erfolgte trotz eines Verbots der Justiz, das im Rahmen von Ermittlungen wegen Geldwäsche galt. Bolsonaro reiste heimlich aus. Am Dienstagabend überquerte er mit seiner Familie die Grenze nach Argentinien. Die Regierung wies die Vorwürfe zurück.
Es gilt die Unschuldsvermutung.
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